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31.10.2017 | Wellcare | Nachrichten

Diversität nimmt zu

So hat sich das Schönheitsideal über die Zeit verändert

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Jeder definiert gutes Aussehen ein bisschen anders. Dennoch gibt es scheinbar Standards, die Schönheit messbar machen. Dass sich diese aber mit der Zeit verändern, zeigt eine Studie, die jetzt in Jama Dermatology publiziert wurde.

Schon die alten Griechen waren von Ihrem Aussehen besessen – und auch heute noch lässt uns der Gedanke an ein perfektes Äußeres nicht los. Zwar hängt die Vorstellung von Schönheit unter anderem von persönlichen Präferenzen, der Kultur und der zeitlichen Epoche ab; dennoch scheint es ein allgemeines Bild zu geben, das den Menschen als „schön“ definiert [1].

Um zu testen, ob sich das Schönheitsideal über die Jahre verändert oder ob es einen allgemeingültigen Standard gibt, der bleibt, untersuchten Mayra B. C. Maymore und Kollegen die Liste der „weltweit schönsten Menschen“ (World´s Most Beautiful), die das People Magazin jedes Jahr veröffentlicht. Sie verglichen dabei die Liste von 1990 (50 Celebreties) mit der von 2017 (135 berühmte Persönlichkeiten) in Bezug auf Geschlecht, ethnische Herkunft, Hauttyp, Haar- und Augenfarbe sowie Zustand der Haut.

Schönheit wird älter und diverser

In der 1990er-Liste waren 88% der Berühmtheiten vom Fitzpatrick Typ I bis III, 12 % wiesen Typ IV auf. Im Gegensatz dazu waren im Jahr 2017 die Typen I bis III mit 70,4 Prozent vertreten, IV bis VI wiesen 29,6% der Celebreties auf (p = 0,01). Das mittlere Alter erhöhte sich mit den Jahren: 1990 waren die Stars und Sternchen auf der Liste im Mittel 33,2 Jahre, 2017 38,9 Jahre alt (p = 0,003). Der Anteil an weiblichen Personen erhöhte sich ebenfalls – während 1990 26 Frauen (52%) in der Liste zu finden waren, schafften es 2017 119 (88,1%) unter die Schönsten der Welt (p < 0,001).

Unterschiede gab es auch in der Herkunft: Nicht-Weiße hatten in den 90ern einen Anteil von 24% (n = 12), 2017 waren es mit 40% deutlich mehr (n = 54, p = 0,04). Nur fünf von 185 Personen (beide Listen zusammen genommen) wiesen eine sichtbare Hautläsion auf, die die ebene Hauttextur oder -farbe störte.

Bezüglich Haar- und Augenfarbe gab es keine signifikanten Unterschiede in den beiden Listen. Promis mit braunen Augen und braunen Haaren waren jedoch besonders häufig vertreten (1990: 86% braune Haare, 48% braune Augen; 2017: 74,1% braune Haare, 54,8% braune Augen).

Im Gegensatz zur Ursprungshypothese der Autoren, dass sich die Schönheitsstandards über die Zeit nicht ändern, zeigte die Studie also eine größere Vielfalt: Die als „am schönsten“ bezeichneten Menschen waren dabei nicht nur älter, sondern wiesen auch unterschiedlichere Hauttypen und -farben auf. Die Kosmetikindustrie geht glücklicherweise heute auf diese Vielfalt ein und produziert mittlerweile viele verschiedene Farbtöne, um den natürlichen Hautton zu ergänzen anstatt zu maskieren.

Zwar kann die klassische Vorstellung von Schönheit mit mathematischen Modellen und Messung von Proportionen ermittelt werden – die immer stärker vernetzte Welt bringt jedoch viele Formen von Schönheit zum Vorschein. Was gutes Aussehen also wirklich ausmacht, ist immer noch unbekannt.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise