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18.12.2017 | Warzen | Nachrichten

Unterschiedliche Remissionsraten

Isotretinoin gegen Warzen oral oder topisch?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Warzen können unter anderem mit Retinoiden behandelt werden. Dabei scheint die orale Gabe von Isotretinoin effektiver zu sein als die topische Applikation.

Die Therapie flacher Warzen ist immer noch eine Herausforderung. Zum Einsatz kommen beispielsweise topische Retinsäure (Isotretinoin), Trichloressigsäure oder 5-Fluorouracil. Zwar existieren Leitlinien, allerdings bietet die Literatur nur wenige randomisiert-kontrollierte Studien für die einzelnen Behandlungsoptionen. Eine aktuelle Studie testete, ob die topische Applikation oder die orale Gabe von Isotretinoin in der Therapie von flachen Warzen effektiver ist [1].

Orale Kapsel vs. topisches Gel

Dazu wurden 40 Patienten mit flachen Warzen, die sich häufig im Gesicht, aber auch an der Brust und den Oberarmen befanden, in zwei Gruppen randomisiert: Die 20 Probanden der Gruppe A erhielten Isotretinoin oral in Kapseln in einer Dosis von 0,5 mg/kg täglich, die 20 Teilnehmer der Gruppe B bekamen eine topische Isotretinointherapie mit einem 0,05%igen Gel einmal täglich über Nacht. Die Behandlung erfolgte für insgesamt drei Monate oder bis zur kompletten Heilung der Warzen. Die Ansprechraten wurden definiert als:

  • komplett, wenn die Warzen vollständig verschwanden
  • teilweise, wenn eine 50%ige Verbesserung eintrat
  • keine Remission bei einer Verbesserung unter 50 %

Bei Patienten, die vollständig auf die Therapie ansprachen, fand ein viermonatiges Follow-up statt. 16 Probanden der Gruppe A und 13 Teilnehmer der Gruppe B konnten evaluiert werden.

Kapseln sind effektiver

Am Ende der dreimonatigen Therapie waren bei elf Patienten (69%) der Gruppe A die Warzen verschwunden (komplette Remission), bei fünf (31%) trat immerhin eine Verbesserung auf (partielle Remission). In Arm B hatten fünf Patienten (38%) eine komplette und sechs Teilnehmer (46%) eine partielle Remission. Bei zwei Probanden der Gruppe B gab es keine Remission (Verbesserung unter 50%). Die Unterschiede in den Ergebnissen zwischen den beiden Gruppen waren signifikant (p<0,0001).

Bei vier der elf Patienten (36%) mit kompletter Remission (Gruppe A) kamen die Warzen nach vier Monaten zurück. Zwei der fünf Patienten (40%) mit kompletter Remission aus Gruppe B bekamen nach vier Monaten einen Rückfall.

Zudem gab es in Gruppe A eine Tendenz zur früheren Remission: Bei drei Teilnehmern waren die Warzen schon nach acht Wochen verschwunden, in Gruppe B gab es eine solche Verbesserung erst nach zehn Wochen. Die mittlere Anzahl der Warzen reduzierte sich in Gruppe A von 49,5 auf 5,7, in Gruppe B von 47,6 auf 18,4.

Eine Cheilitis war die häufigste Nebenwirkung in Gruppe A, die jedoch bei den meisten Patienten gut behandelt werden konnte. Die Therapie wurde jedoch bei zwei Patienten aufgrund einer schweren Cheilitis abgebrochen. Die häufigsten Nebenwirkungen in Gruppe B waren Erytheme und ein Brennen auf der Haut. Fünf Teilnehmer stoppten die Therapie wegen schweren Erythemen.

Laut Autoren ist dies die erste randomisierte Studie, die die orale Gabe mit der topischen Applikation von Isotretinoin bei der Behandlung von Warzen vergleicht. Die orale Anwendung war dabei effektiver als die Verwendung eines Gels: Das Ansprechen der Patienten erfolgte früher und war insgesamt besser. Die Autoren empfehlen, gerade bei Patienten mit mehreren Gesichtswarzen die orale Gabe von Isotretinoin zu versuchen, bevor destruktive Methoden zum Einsatz kommen.  

Literatur

Weiterführende Themen