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24.01.2017 | Warzen | Nachrichten

Laser, Kryotherapie oder Keratolyse

Wie wird man Warzen dauerhaft los?

Autor:
Dr. Dagmar Kraus

Warzen sind lästig. Trotz erfolgreicher Behandlung kommen sie häufig wieder. Wie lässt sich das Rückfallrisiko am besten minimieren?

Man rückt ihnen auf vielerlei Arten zu Leibe: Sie werden mit Laserlicht beschossen, eingefroren oder mit Säure aufgelöst. Doch Warzen erweisen sich gegenüber therapeutischen Maßnahmen oftmals als sehr hartnäckig und kehren nach erfolgreicher Entfernung häufig wieder. Welche Faktoren das Rezidivrisiko beeinflussen, haben kürzlich Dermatologen aus Italien in einer Kohortenstudie prospektiv untersucht und nach behandlungsspezifischen wie auch patientenbezogenen Risikofaktoren gefahndet. 

CO2-Laser garantiert schnellen Erfolg

Insgesamt 199 Patienten hatten die Dermatologen in vier Gruppen randomisiert. Die Probanden wurden entweder mit einem gepulsten Farbstofflaser (PDL), einem CO2-Laser, einer keratolytischen Lösung oder mit Kälte (Kryotherapie) behandelt. Teilnehmen durfte nur, wer zum ersten Mal Probleme mit Warzen an den Fußsohlen hatte.
Am schnellsten warzenfrei waren die Teilnehmer der CO2-Laser-Gruppe, im Durchschnitt nach vier Wochen. Besonders langwierig hingegen gestaltete sich die Kryotherapie. Durchschnittlich 24 Wochen lang mussten die Warzen regelmäßig vereist werden, ehe sie verschwunden waren.

PDL garantiert langfristigen Erfolg

Bei vielen war der Therapieerfolg von Dauer. Insgesamt 115 Teilnehmer waren 24 Wochen nach erfolgreicher Warzenentfernung weiterhin warzenfrei. Hinsichtlich des Rezidivrisikos zeigten sich jedoch Unterschiede zwischen den Behandlungsmethoden. Die wenigsten Rückfälle traten nach Behandlung mit dem gepulsten Farbstofflaser auf. Nach sechs Monaten waren 74% warzenfrei geblieben. In der Keratolysegruppe betrug der Anteil nur 55,1%, in der Kryotherapiegruppe 54,0% und in der CO2-Lasergruppe 48,0 %. Damit lag das Rückfallrisiko nach Keratolyse (HR 3,23; 95%-KI 1,60−6,54) oder CO2-Laserbehandlung (HR 2,92; 95%-KI 1,49−5,74) dreimal höher als nach PDL-Behandlung. 
Mit der Rückfallwahrscheinlichkeit im Zusammenhang standen darüber hinaus auch patientenbezogene Faktoren. Bei Probanden, die 26 Jahre oder älter waren, stieg das Rückfallrisiko im Vergleich zu jüngere Teilnehmern auf das Doppelte, bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern sogar auf das Fünffache.

Bei Rauchern sind Warzen besonders schwer zu behandeln

Die niedrigsten Rückfallquoten seien mit dem gepulsten Farbstofflaser zu erzielen, so das Resümee der italienischen Dermatologen. Doch angesichts der mangelnden Verfügbarkeit, der hohen Kosten und der fehlenden Therapieempfehlungen für den gepulsten Farbstofflaser sprechen sich die Studienautoren dafür aus, die anderen Verfahren auch weiterhin in der Praxis zu berücksichtigen. Gleichzeitig betonen die Dermatologen den negativen Einfluss des Rauchens. Im Vergleich zu Nichtrauchern sei nicht nur die Rezidivwahrscheinlichkeit fünfmal höher, auch die Primärtherapie dauere bei Rauchern im Durchschnitt länger.

Komedonen bei den Frauen wesentlich schneller eintrat als bei den Männern. Bei den entzündlichen Veränderungen dagegen zeigte sich kein Geschlechtsunterschied.

Chan und Kollegen sehen Lactoferrin aufgrund ihrer Studienergebnisse als mögliche Alternative zu den bisherigen Standardmedikationen bzw. als deren Begleittherapie. Insbesondere sei der Wirkstoff eine sichere Behandlungsmöglichkeit für erwachsene Frauen, auch während einer Schwangerschaft, wenn eine teratogene Aknemedikation nicht möglich ist.

Literatur

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