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20.09.2016 | Warzen | Nachrichten

Behandeln oder abwarten?

Dellwarzen am besten kürettieren

Autor:
Dr. Dagmar Kraus

Dellwarzen können von selbst wieder verschwinden. Unter Umständen kann das aber mehrere Jahre dauern. Deutlich schneller und effektiver geht es mit dem scharfen Löffel, was sich unter anderem in der Zufriedenheit der Patienten bzw. deren Eltern widerspiegelt. 

Dellwarzen betreffen überwiegend Kinder, werden durch eine Infektion mit Molluscum-contagiosum-Viren verursacht, sind hochkontagiös, aber meist harmlos und können von selbst wieder verschwinden. Doch die Selbstheilung dauert oftmals mehrere Jahre und solange besteht hohe Ansteckungsgefahr. Manchmal verursachen die Dellwarzen auch Juckreiz, es bilden sich Ekzeme oder sekundäre Infektionen. Abwarten ist daher für den Kinderarzt und Dermatologen Avikam Harel vom Sourasky Medical Center in Tel Aviv und seine Kollegen keine Option. Sie empfehlen, die Dellwarzen zu kürettieren.

Das Ausschaben mit einem scharfen Löffel bringe meist umgehend einen dauerhaften Erfolg und werde von den meisten Patienten und deren Eltern gut akzeptiert, betonen die Pädiater angesichts ihrer aktuellen Untersuchung mit 2022 Kindern und Jugendlichen, die zwischen 2008 und 2012 wegen Dellwarzen an der Universitätsklinik in Tel Aviv behandelt worden waren. Die meisten Eltern – immerhin 93% – hatten der Behandlung mit dem scharfen Löffel zugestimmt. Die Behandlung erfolgte unter lokaler Betäubung. Kinder mit Dellwarzen im Gesicht oder an den Geschlechtsteilen und sehr ängstliche Kinder wurden zusätzlich mit Propofol sediert.

Hohe Heilungsraten garantiert

Von den insgesamt 1879 Patienten waren 70% nach der ersten Behandlung „geheilt“, bei 26% musste ein zweites Mal kürettiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, mehrmals behandeln zu müssen, steige mit dem Schweregrad des Molluskenbefalls, so Harel. Bei Kindern mit weniger als 20 Dellwarzen genügte in 88% eine einmalige Behandlung, aber nur bei 56% mit sehr ausgeprägtem Erkrankungsbild. Doch selbst bei sehr schweren Fällen, also mehr als 20 Mollusken und zusätzlicher Weichteilinfektion oder Impetigisierung, war das Problem meist nach zweimaliger Behandlung behoben. Nur bei 7% war eine dritte Sitzung notwendig. Entsprechend viele Eltern – insgesamt 92% – gaben an, mit der Behandlung zufrieden zu sein. In der Gruppe mit ausgeprägtem Delllwarzenbefall waren es sogar 97%.

Abwarten ist keine Option

Auch wenn die Selbstheilung durchaus möglich ist, plädieren die israelischen Kinderärzte eindringlich, Dellwarzen zu behandeln. Als Mittel der Wahl empfehlen sie die Kürettage unter lokaler Betäubung und, falls notwendig, mit Sedation. Sie sei effektiver als andere Therapieoptionen, beispielsweise Kryotherapie und Kaliumhydroxid, und werde bei entsprechend einfühlsamer Aufklärung der Eltern gut angenommen. Harel und Kollegen bedauern, dass viele Dermatologen und Kinderärzte offenbar lieber zum Abwarten raten. Fast zwei Drittel der Studienpatienten sollten laut Ratschlag der behandelnden Ärzte auf die Selbstheilungskräfte vertrauen, gaben die Studienautoren zu bedenken, und das obwohl 64% dieser Kinder mehr als 20 Warzen und ein Ekzem aufwiesen und bei 14% zusätzlich eine Weichteilinfektion oder Impetiginisierung bestand. 

Literatur