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22.11.2017 | UV- und Sonnenschutz | Nachrichten

Positive und negative Effekte

UV-Filter in kosmetischen Produkten: Wirklich hilfreich?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Der Zusatz von UV-Filtern zu Cremes & Co. soll die Haut vor UV-Einfluss schützen. Unklar ist jedoch, inwiefern sich dadurch die Textur und auch die Effizienz des Produktes verändern.

Zahlreiche Kosmetikprodukte enthalten UV-Filter, die vor UVB-/UVA-Einstrahlung und somit vor Hautalterung schützen sollen. Über die Vor- und Nachteile der Zugabe von Sonnenschutz zu kosmetischen Formulierungen wurde zwar bereits berichtet [1] – jedoch gibt es bisher nur wenige Studien, die den Einfluss auf die klinische Effizienz multifaktorieller Formulierungen zeigen. In-vivo-Untersuchungen, die dies hinsichtlich u. a. transepidermalem Wasserverlust (TEWV) und Mikrorelief der Haut analysieren, sind daher essentiell. Auch die Prüfung der Textur solcher Produkte ist interessant, denn oft berichten Anwender über eine klebrige Beschaffenheit und dass sich die Produkte nur schwer auftragen lassen.

Um dies zu untersuchen, nutzen die Autoren um Marina Mendes Fossa Shirata ein spezielles Texturanalysegerät [2]. Die Studienautoren entwickelten zunächst eine Gelcreme-Formulierung in vier verschiedenen Varianten:

  • mit UV-Filter (V),
  • ohne UV-Filter (F),
  • mit Cassava-Polysacchariden und Alfalfa-Oligosacchariden (A)
  • und eine Creme mit UV-Filtern, Cassava-Polysacchariden und Alfalfa-Oligosacchariden (multifaktoriell, M).

Laut Autoren ist die Zugabe von Cassava- und Alfalfa-Extrakten bei der Entwicklung multifaktorieller Formulierungen von großem Vorteil: Die Cassava-Polymere bilden dabei einen dreidimensionalen Film auf der Haut, der zu einer Straffung führt; die Alfalfa-Oligosaccharide wirken auf die Langzeiteffekte des Sonnenschutzes hinsichtlich Zellerneuerung und einer erhöhten Kollagensynthese [3,4].

Zusätzlich testeten die Autoren an 20 Frauen (Alter: 39-45 Jahre) die Effizienz der verschiedenen Formulierungen hinsichtlich transepidermalem Wasserverlust (TEWV), Mikrorelief der Haut und Wassergehalt des Stratum Corneum.

Ein zweischneidiges Schwert

Die Zugabe von UV-Filtern verbesserte die physikalischen Eigenschaften der multifaktoriellen Formulierung. Die Autoren erklären dies damit, dass die verwendeten Polymere zunächst mit Wasser interagieren und die Creme dicker machen – der Einsatz zusätzlicher UV-Filter erhöht jedoch den Anteil der öligen Phase und reduziert den Anteil von Wasser, was sich positiv auf die Konsistenz auswirkt [5]. Auch das Mikrorelief der Haut verbesserte sich durch die Formulierungen mit UV-Filtern.

Der Sonnenschutz hatte jedoch auch einen Nachteil, denn er wirkte sich negativ auf Hauthydratation und TEWV aus. In einer anderen (Langzeit)-Studie wurde eine schlechtere Hydratation der Haut wiederum nicht festgestellt. Die Autoren folgern daher, dass dieser Effekt nur von kurzer Dauer ist.

Allgemein sollte beim Einsatz von UV-Filtern in der Entwicklung kosmetischer Formulierungen also daran gedacht werden, dass der Zusatz solcher Filter sowohl positive als auch negative Effekte mit sich bringen kann.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise