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09.03.2017 | UV- und Sonnenschutz | Übersichtsartikel | Onlineartikel

Neue Aspekte bei der Entwicklung von Sonnenschutzmitteln

aus: Der Hautarzt 5/2017

Zeitschrift:
Der Hautarzt

Autoren: Prof. Dr. J. Lademann, M. C. Meinke, S. Schanzer, S. Albrecht, L. Zastrow

Verlag: Springer Medizin

Abstrakt

Das Sonnenlicht ist für das Leben unersetzlich. Die Hautalterung wird durch genetische Aspekte bestimmt, aber auch durch den Einfluss der Sonnenstrahlung, die in allen Spektralbereichen freie Radikale in der menschlichen Haut erzeugt. Freie Radikale unterhalb einer kritischen Konzentration haben wichtige Aufgaben bei Signalprozessen innerhalb des menschlichen Organismus. Übersteigt die Konzentration der gebildeten freien Radikale jedoch einen kritischen Wert (FRTV), so kommt es zu Schädigungen im zellulären Bereich. Hautalterung, Immunsuppression und sogar Hautkrebs können die Folgen sein. Kürzlich konnte gezeigt werden, dass 50 % der freien Radikale, die durch die Sonnenstrahlung in der menschlichen Haut gebildet werden, im sichtbaren und infraroten Spektralbereich entstehen. Bedenkt man, dass Personen, die durch Sonnenschutzmittel geschützt sind, sich deutlich länger in der Sonne aufhalten, so können im sichtbaren und infraroten Spektralbereich Radikalkonzentrationen entstehen, die den kritischen Wert deutlich übersteigen. Filtersubstanzen wie sie zum Schutz der Haut im UV-Bereich bei Sonnenschutzmitteln eingesetzt werden, sind im sichtbaren und infraroten Spektralbereich nicht bekannt. Orientiert man sich jedoch an den natürlichen Schutzmechanismen der menschlichen Haut, so kann man durch den Einsatz von streuenden und reflektierenden Pigmenten, wie z. B. Titandioxid und durch Antioxidanzien, die die freien Radikale neutralisieren, einen sehr guten Schutzeffekt von Sonnenschutzmitteln erzielen. Sonnenschutzmittel durchlaufen derzeit eine Entwicklung vom UV-Schutz hin zum Schutz im gesamten Spektralbereich der Sonnenstrahlung.

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