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04.01.2018 | UV- und Sonnenschutz | Nachrichten

Sekretomlösung reduziert Erytheme

Wie bioaktive Moleküle vor Hautschäden schützen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Sonne und Sonnenbrand – das gehört eigentlich zusammen. Oder auch nicht, wenn die Haut mit einem speziellen Mix aus Zytokinen und anderen bioaktiven Molekülen behandelt wird.

UV-Strahlung kann die Entwicklung und die Progression von Hauttumoren fördern – sie  verursacht unter anderem Neoplasien, Atrophien, Pigmentveränderungen und Falten [1]. Experten vermuten, dass die schädlichen Strahlen für bis zu 80% der Zeichen der Hautalterung verantwortlich sind [2]. Kurzfristig macht sich eine durch UV-Licht geschädigte Haut durch einen Sonnenbrand bemerkbar – dieser wird häufig von Erythemen und DNA-Schäden begleitet [3].

Ein Sekretom (ST266), das zahlreiche bioaktive Moleküle enthält, könnte dem Ganzen entgegenwirken: bereits in Tierversuchen reduzierte es Entzündungen und beschleunigte die Wundheilung [4-6]. Das Sekretom wird als Zytokinlösung aus amniotischen, multipotenten Vorläuferzellen gewonnen. Die genaue Zusammensetzung ist noch nicht abschließend geklärt – laut den Autoren um Linna Guan [7] enthält es jedoch anti-inflammatorische Zytokine und TGF-β (transforming growth factor β). Letzterer ist ein Mediator für die Biosynthese von Prokollagen.

Bestimmung des Erythemgrads

Eine neue Studie untersuchte den Effekt des Sekretoms hinsichtlich der Bildung von Erythemen nach UV-Einstrahlung [7]. Zusätzlich wurde die Expression von XPA (Xeroderma pigmentosum, complementation group A) und CPD (Cyclobutane Pyrimidine Dimer) gemessen, um den Grad an DNA-Schäden und -Reparatur zu bestimmen. Die Reduktion an DNA-Schäden wird dabei durch eine vermehrte Expression von XPA demonstriert.

Insgesamt zehn gesunde Probanden über 18 Jahre und mit Fitzpatrick Hauttyp I bis III nahmen an der Studie teil. Vor der Applikation der Sektretomlösung bestimmten die Autoren, ähnlich wie zuvor beschrieben [8], die minimale Erythemdosis (MED), indem sie die Haut der linken Gesäßhälfte verschiedener Dosen Solarstrahlung (SSR) aussetzten.

Eine Schablone mit fünf 2,5 Zentimeter großen Quadraten wurde anschließend auf die rechte Gesäßhälfte aufgelegt. Die Lösung wurde wie folgt aufgetragen:

  • Quadrat eins: Ohne Sekretom
  • Quadrate zwei und drei: Zusätzliche Behandlung mit dem Sekretom direkt nach der UV-Einstrahlung
  • Quadrate zwei bis fünf: Behandlung acht bis zwölf Stunden nach Bestrahlung sowie am nächsten Morgen und nochmals etwa 24 Stunden nach der Bestrahlung

Weniger Rötungen, weniger DNA-Schäden

Bei den Stellen, auf die die Sekretomlösung aufgetragen worden war, war die Erythembildung geringer als bei denen ohne oder mit verzögerter Behandlung.

Für die XPA-Bestimmung wurden neun Stanzbiopsien von zwei Arealen analysiert: Ein Bereich wurde nicht mit der Sekretomlösung behandelt, der andere direkt nach der Bestrahlung. Sechs der Probanden wiesen eine erhöhte XPA-Expression in den direkt behandelten Arealen auf. Die CPD-Bestimmung, die bei acht der zehn Teilnehmer durchgeführt werden konnte, zeigte inverse Ergebnisse: Bei sechs Probanden war die Expression von CPD in den sofort behandelten Stellen im Vergleich zu den unbehandelten Bereichen reduziert.

Wie diese Ergebnisse demonstrieren, verringerte die Applikation der Sekretomlösung Erytheme und beeinflusste zudem die Bildung von DNA-Schäden und Reparaturmechanismen. Die Autoren folgern daraus, dass das Sekretom das Potential hat, vor einer chronischen lichtbedingten Alterung zu schützen.

Hinweis: Die Studie wurde von Stemnion Inc. finanziert. Die Autoren geben an, keinen Interessenskonflikt zu haben.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise