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08.02.2017 | UV- und Sonnenschutz | Nachrichten

Erweiterte Kapillargefäße im Gesicht

Teleangiektasie: Sonnenbaden begünstigt Rezidiv nach Lasertherapie

Autor:
Peter Leiner

Italienische Dermatologen haben unter anderem den regelmäßigen Besuch im Sonnenstudio als Risikofaktor für das Wiederauftreten von Teleangiektasien im Gesicht nach zunächst erfolgreicher Laserbehandlung identifiziert. Eher protektiv wirkt dagegen offenbar die Hormonersatztherapie in der Menopause.

Um Risikofaktoren für Rezidive nach einer Laserbehandlung bei Patienten mit Teleangiektasien im Gesicht zu finden, werteten italienische Ärzte um Dr. Stefania Guida von der Universität in Modena und vom Institut für Laserchirurgie in der Dermatologie in Mailand retrospektiv die Befunde von 415 Frauen und 69 Männern im Alter von durchschnittlich 44 Jahren aus. Bei ihnen war zur Behandlung von Teleangiektasien im Gesicht ein gepulster Farbstofflaser von dem Unternehmen Candela verwendet worden. 76% der Patienten entwickelten spätestens 14 Monate später ein Rezidiv.

Follow-up-Untersuchungen wurden ein, drei und sechs Monate sowie ein Jahr nach der Laserbehandlung vorgenommen sowie jedes halbe Jahr danach. Nach Verschwinden der erweiterten Gefäße wurden die Patienten bis zu fünf Jahren nachbeobachtet, 89% der Patienten länger als zwei Jahre. Die Patienten waren aufgefordert worden, monatlich die behandelten Hautstellen im Gesicht zu kontrollieren. Bei Verdacht auf ein erneutes Auftreten von Teleangiektasien sollten sie die behandelnden Ärzte kontaktieren.

Risikofaktoren Filler und ästhetisch-chirurgische Eingriffe

Mithilfe der Regressionsanalyse ermittelten die Ärzte mehrere Risikofaktoren, die Rezidive nach der erfolgreichen Laserbehandlung begünstigten: regelmäßiger Besuch im Sonnenstudio, Fillerbehandlungen sowie ästhetisch-chirurgische Eingriffe. Eine Hormonersatztherapie entpuppte sich als Schutzfaktor. Je nach Risikofaktor war die Zeitspanne bis zum Rezidiv unterschiedlich lang. Am längsten dauerte es mit 14 Monaten bei Patienten, die versuchten, soweit wie möglich eine UV-Exposition zu vermeiden. Es dauerte 13 Monate unter anderem bei Studienteilnehmern, die jünger als 44 Jahre waren, und bei Frauen, die sich nicht in der Menopause befanden. Bei Patienten mit normalem Blutdruck, Nichtrauchern, Alkoholabstinenzlern und ohne ästhetisch-chirurgische Eingriffe dauerte es zwischen zehn und elf Monate bis zum Rezidiv. Nur fünf bis sechs Monate dauerte es bei Frauen in der Menopause sowie unter anderem mit Hypertonie, mit ausgeprägter UV-Exposition oder nach ästhetisch-chirurgischen Eingriffen. Bei Männern mit Rezidiven – der Anteil lag bei 85,5% – traten diese nach sieben Monaten auf. In der univariaten Analyse stellte sich Hypertonie als Risikofaktor dafür heraus.

Die Ärzte erinnern daran, dass ein vorzeitiges Altern der Haut aufgrund der UV-Exposition (photo-aging) zu einem verminderten Kollagengehalt in der Haut führt. So sei die Hypothese entstanden, dass eine verminderte Unterstützung des Stroma die Erweiterung der Gefäße begünstige. Weil Filler die Neoangiogenese förderten, könne es nach entsprechenden Eingriffen ebenfalls zu Teleangiektasien kommen. Der schützende Effekt einer Hormonersatztherapie beruhe möglicherweise darauf, dass der Kollagenabbau aufgrund endokrinologischer Veränderungen in der Menopause aufgehalten werde.

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