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21.11.2017 | Ultraschall | Nachrichten

Neue Kombinationsbehandlung aus Korea

Ultraschall und Glukose straffen die Haut

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Ein geliftetes Gesicht nach nur einer Woche? Die Verbindung von Ultraschall und einer mit Druck injizierten Glukoselösung macht dies scheinbar möglich.

Gegen schlaffe Haut und herabhängende obere Augenlider (Ptosis) gibt es eine neue Methode, die in einer koreanischen Studie von Hyuck Hoon Kwon und Kollegen beschrieben wird: die Anwendung von intensivem, fokussierten Ultraschall (IFUS) in Kombination mit einer transkutanen Injektion einer hypertonischen Glukoselösung. Letztere wird mit Luftdruck appliziert und kommt daher ohne Nadeln aus.

Der intensive Ultraschall bewirkte bereits in vorherigen Untersuchungen eine straffere Haut und eine Verjüngung von Gesicht und Hals [1]. Die Methode produziert kleine, mikrothermale Läsionen in der Dermis bis zur fibromuskulären Schicht und resultiert damit in einer Gewebskontraktion- und koagulation mit anschließender Kollagenese [2,3]. Auch eine nadelfreie Injektion spezieller Lösungen wurde als sicher und effektiv bei der Behandlung von Narben und Falten beschrieben [4-7].

Schnellere Ergebnisse, kaum Nebenwirkungen

Die Autoren rund um das Team von Hyuck Hoon Kwon vermuteten, dass die Kombination beider Methoden schnellere Ergebnisse hinsichtlich Hautstraffung und Verjüngung bringt. Dazu rekrutierten sie 22 koreanische Frauen im Alter zwischen 39 und 66 Jahren mit Fitzpatrick Hauttypen III – IV und einer leichten bis moderaten Hautschlaffheit. Zunächst wurde die Haut der Frauen dabei mit Ultraschall behandelt, anschließend die 20%ige hypertonische Glukoselösung mit einem speziellen Gerät mit Druck in die Haut injiziert.. Zwei Dermatologen beurteilten Vorher-Nachher-Bilder hinsichtlich Gesamteindruck, Mittelgesicht und unterem Gesicht und bewerteten die Ergebnisse auf folgender Skala:  -1  = Verschlechterung, 0 = keine Veränderung; 1 = leichte Verbesserung; 2 = sichtbare Verbesserung. Eine zusätzliche dreidimensionale Bildgebung und eine Stanzbiopsie der Wange sollte die Effektivität der Behandlung untersuchen.

20 Patientinnen (91%) wiesen laut Dermatologen zwölf Wochen nach der Behandlung eine straffere Haut auf, bei 16 (73%) war das Ergebnis deutlich, bei vier Patientinnen (18%) zeigte sich nur ein leichter Effekt. Bei 82% der Patientinnen traten Verbesserungen sogar schon nach einer Woche auf. Besonders Veränderungen im Mittelgesicht, inklusive der Nasolabialfalte, waren schon ab Woche eins sichtbar. Die subjektive Beurteilung durch die Patienten selbst war ähnlich: 17 (78%) berichteten über Verbesserungen nach einer Woche und 13 (86%) gaben an, nach zwölf Wochen einen Effekt zu sehen. Auch die 3D- Bildgebung zeigte ein deutliches Hautlifting.

Während der Behandlung hatten die Patientinnen nur leichte Schmerzen. Zwei hatten leichte Erytheme, die für etwa zwei bis drei Tage blieben. Bei den meisten Patientinnen wurden oberflächliche Bläschen beobachtet, diese verschwanden aber nach einer Stundewieder. Es gab keine schweren, unerwünschten Ereignisse. Die Ergebnisse der Stanzbiopsie demonstrierten, dass sich das Kollagen nach zwölf Wochen in der retikulären Dermis vermehrt und verdickt hatte. Die Epidermis hatte sich jedoch nicht verändert.

Fazit der Autoren

Die Kombination aus Ultraschall und Glukoselösung hat einen synergistischen Effekt und zeigte eine Verbesserung der Haut schon nach einer Woche. Die Methode stellt damit eine neue Option für das Lifting dar und verspricht schnellere Ergebnisse als mit einer der beschriebenen Methoden alleine. Die Studie beschränkt sich allerdings auf eine einzige ethnische Gruppe und sollte ausgeweitet werden. Außerdem sollten zukünftige Untersuchungen die Methoden direkt mit konventionellen Anti-Aging-Behandlungen vergleichen.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise