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08.05.2018 | Vitiligo | Nachrichten

Epidermale plus follikuläre Zellsuspension

Kombibehandlung effektiv bei Vitiligo

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Therapie einer Vitiligo zielt darauf ab, eine schnelle Repigmentierung zu erreichen. Gut geeignet sind die Transplantation epidermaler (ECS) sowie follikulärer Zellsuspensionen (FCS).  Wie eine neue Studie demonstriert, erzielt die Kombination aus beiden bessere Ergebnisse als die Einzeltherapie mit nur einer Zellsuspension. Sogar schwer zu behandelnde Stellen können damit effektiv therapiert werden.

Die epidermale Zellsuspension (ECS) und die follikulärer Zellsuspension (FCS) sind etablierte chirurgische Methoden zur Behandlung einer stabilen Vitiligo. Ziel ist die komplette und schnelle Repigmentierung der Haut. Obwohl die ECS hier gute Erfolge erzielt, kann das Ergebnis noch verbessert werden, um eine optimale Repigmentierung in einer schwer zu behandelnden Krankheitsform zu erreichen. Eine Pilotstudie an fünf Patienten hatte bereits demonstriert, dass die Kombination aus ECS und FCS gegenüber einer alleinigen Behandlung mit ECS oder FCS überlegen ist [1].

In einer neuen, prospektiven randomisierten klinischen Studie sollten diese Ergebnisse jetzt verifiziert werden [2]. Die Autoren verwendeten dazu die Kombinationsbehandlung aus ECS und FCS und verglichen diese mit ECS als Kontrolle bei schwer zu behandelnder Vitiligo. Diese wurde definiert als Läsionen in akralen oder knochigen Regionen (Ellenbogen, Knie, Beckenkamm, Knöchel) oder als Vitiligo-Typen, die resistent gegenüber diversen Repigmentierungsmodalitäten sind.

Klinische Evaluation

Für die Studie wurden 30 Patienten mit bilateralen symmetrischen Läsionen oder multiplen Läsionen in der gleichen anatomischen Region rekrutiert. Bei den Probanden war die Vitiligo seit mindestens einem Jahr stabil. 42 gematchte Läsionspaare wurden entweder zur Behandlung mit ECS und FCS oder zur Therapie mit ECS alleine randomisiert. Davon handelte sich bei 74% um eine schwer zu behandelnde Vitiligo. Follow-up-Untersuchungen erfolgten an Tag 8 und den Wochen 4, 8 und 16. Die Repigmentierungen wurden mittels visueller Begutachtung von digitalen Fotografien wie folgt beurteilt:

  • Minimale Repigmentierung: weniger als 25%
  • Schwache Repigmentierung: weniger als 50%
  • Moderate Repigmentierung: zwischen 50% und 75%
  • Deutliche Repigmentierung: zwischen 75% und 90%
  • Ausgezeichnete Repigmentierung: zwischen 90% und 100%

Außerdem erfolgte eine objektive Beurteilung mittels Imageanalyse. Auch wurden die Farbübereinstimmung, Komplikationen, die Patientenzufriedenheit sowie die Anzahl von Melanozyten und OCT4+-Stammzellen evaluiert.

ECS plus FCS überzeugt in mehreren Punkten

Die Therapie mit ECS und FCS war der mit ECS alleine signifikant überlegen: Mit der Kombibehandlung erreichten 32 von 42 Läsionen (76%) eine deutliche und 22 von 42 (52%) eine ausgezeichnete Repigmentierung in Woche 16. Mit ECS alleine waren dies nur 24 von 42 (57%) bzw. 14 von 42 (31 %). Auch in der Imageanalyse überzeugte ECS plus FCS. Zudem waren die Patientenzufriedenheit (p = 0,047) und die Farbübereinstimmung der Haut (73% vs 61%, p < 0,001) in der Kombigruppe besser. Die Repigmentierung war mit ECS und FCS sogar in akralen und knochigen Stellen effektiv. Eine Komplikation, die in beiden Gruppen auftrat, war die Hyperpigmentierung der Donorstelle. Bei keinem der Patienten gab es eine Köbernisierung oder eine sichtbare Narbenbildung.

Der Anteil an Melanozyten war zwischen den beiden Gruppen vergleichbar (3,6% mit ECS plus FCS vs. 2,7% mit ECS). Die Anzahl der OCT4+-Stammzellen war jedoch in der ECS+FCS-Gruppe deutlich höher (2% vs. 0,5%).

Laut Autoren stellt die Kombinationstherapie aus ECS und FCS einen vielversprechenden neuen Ansatz zur Vitiligo-Behandlung dar. Limitationen der Studie waren die kleine Teilnehmerzahl sowie die kurze Follow-up-Zeit.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise