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12.02.2018 | Filler | Nachrichten

Komplikationen vermeiden

Filler: Maßnahmen während und nach der Behandlung

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Jede ästhetische Prozedur kann Komplikationen mit sich bringen – so auch die Injektion von Fillern. Mit den geeigneten Hygienemaßnahmen und der richtigen Technik lassen sich Nebenwirkungen allerdings verringern.

Die Nachfrage nach minimalinvasiven ästhetischen Eingriffen wie Fillern wächst stetig. Wie jede Prozedur ist auch deren Anwendung mit Risiken und Komplikationen verbunden. Um solche zu vermeiden, sollten Anwender einige Dinge vor, während und nach der Behandlung beachten.

In einem anderen Artikel haben wir bereits vorgestellt, welche vorbereitenden Maßnahmen das Ergebnis deutlich verbessern können. Teil zwei der Studie [1] beschäftigt sich mit der richtigen Durchführung und der Nachsorge der Patienten.

Die Vorbereitung der Injektion

Laut Autoren um das Team von Fernando Urdiales-Gálvez ist die Standardisierung der Prozedur essentiell. Die Empfehlungen der Experten zum Umgang mit den verwendeten Materialien lauten:

  • Nutzung eines zusätzlichen Tisches / einer separaten Ablagefläche, um aseptische Bedingungen der Materialien zu gewährleisten
  • Verwendung eines Mundschutzes
  • Nicht der Anwender selbst, sondern ein Assistent sollte Schubladen öffnen; ist dies nicht möglich, immer die Handschuhe wechseln, nachdem etwas außerhalb des sterilen Bereichs berührt wurde
  • Patientenbett sollte sich verstellen lassen
  • Sterile Gazen sollten zu Beginn geöffnet werden; diese dabei in der Plastikverpackung belassen
  • Die Hände des Anwenders müssen gründlich gereinigt und Uhr sowie Ringe abgelegt werden
  • Auch die Patienten sollten die Hände mit einem Gel auf Alkoholbasis reinigen
  • Immer sterile Handschuhe für Kanülen (und ggf. auch Nadeln) nutzen
  • Stifte, die zum Zeichnen auf die Haut verwendet werden, immer spitzen und nach jeder Nutzung säubern
  • Die Haut vor der Injektion säubern
  • Sollten auch die Lippe behandelt werden: dies immer erst am Ende der Prozedur durchführen; die Anwender sollten darauf achten, keine anderen Gesichtsteile anzufassen, nachdem sie die Mucosa berührt haben
  • Falls es nötig ist, andere Gesichtsbereiche nach Behandlung der Lippe zu berühren, gilt auch hier: Handschuhe wechseln!

Des Weiteren geben die Experten Tipps zur Vorbereitung der zu behandelnden Region:

  • Anwender sollten eine OP-Haube tragen; ansonsten die Haare mit einem Haarband zurückhalten
  • Ein Waschbecken sollte im Raum, in dem die Injektion stattfindet, vorhanden sein
  • Patienten sollten bestenfalls einen Tag vor der Prozedur kein Make-up auftragen; ist dies dennoch der Fall, ist die Haut mit Chlorhexidin für mindestens drei Minuten zu behandeln, nachdem das Make-up entfernt wurde
  • Die verwendete Lösung muss antiseptisch sein
  • Wegwerfhandtüchern verwenden
  • Die antiseptische Lösung sollte auch in die Hülle der Kanüle gegeben werden
  • Anwender müssen immer wieder überprüfen, ob die Nadel die richtige Form hat bzw. nicht stumpf ist.

Patienten mit Infektionen rund um die Einstichstelle sollten auf Filler verzichten. Zur Desinfektion der Haut empfehlen die Experten quartenäre Ammoniumverbindungen mit 70% Ethylalkohol oder solche aus Chlorhexidin und 70% Ethylalkohol. Chlorhexidin jedoch nicht in der periokulären Region verwenden, da es sonst zu einer Keratitis und möglichen Augenschädigungen kommen kann [2].

Eine Anti-Herpes-Prophylaxe ist bei der Anwendung von Fillern prinzipiell nicht nötig. Allerdings könnten Patienten, die zuvor schon von einem Herpesausbruch nach einer Fillerinjektion berichtet hatten, davon profitieren. Die Autoren empfehlen daher für Patienten mit wiederauftretendem Herpes eine Prophylaxe mit Valacyclovir (1 g) drei bis vier Tage vor und drei bis vier Tage nach der Behandlung.

Anästhesie und Injektionstechnik

Eine Anästhesie kann das Ergebnis beeinflussen. Besonders solche, die nicht topisch angewendet, sondern injiziert werden, können den Verlauf der Prozedur verlängern bzw. stören. Wie eine Studie zeigt, kann eine Lidocaininjektion in die infraorbitale Region tatsächlich die lokale Anatomie verzerren und dazu führen, dass die Korrektur nicht optimal ist [3]. Auch sind allergische Reaktionen gegenüber Lidocain  möglich.

Der Anwender sollte eine Injektionstechnik wählen, die einerseits seiner Erfahrung entspricht und die andererseits auf den Patienten und die Charakteristika des Fillers zugeschnitten sind. Die Experten empfehlen, die Injektion stets langsam und mit Vorsicht durchzuführen. Das Volumen sollte dabei auf jeden Patienten abgestimmt sein und in kleinen Portionen an mehreren Stellen appliziert werden, um eine Überfüllung zu vermeiden [4]. Außerdem die Nadel alle drei bis vier Einstiche wechseln.

Nachsorge

Nach der Filler-Injektion gilt es für Patienten, folgende Punkte zu beachten:

  • Mindestens 48 Stunden extreme Kälte oder Hitze meiden
  • Die behandelte Region nicht massieren
  • Anstrengende körperliche Aktivität vermeiden
  • Eine Nacht mit leicht erhöhtem Kopf schlafen
  • Hautreinigung erst nach 24 Stunden durchführen
  • Keine Zahnbehandlungen durchführen lassen, die zu Zahnfleischbluten führen könnten (3-4 Wochen danach)
  • Patienten, die schnell zur Bildung von blauen Flecken neigen, können von der Applikation einer Vitamin K Creme profitieren.

Anwender sollten zudem die Chargennummer notieren bzw. den entsprechenden Sticker auf die Einwilligung des Patienten kleben. Generell muss der gesamte Prozess, inklusive der Injektionstechnik, des Injektionsmusters, Namen und Volumen des Fillers sowie die behandelten Regionen dokumentiert werden.

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Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise