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05.06.2015 | Rosazea | Nachrichten

Erhöhtes KHK-Risiko

Rosazea greift Patienten ans Herz

Autor:
Dr. Robert Bublak

Patienten mit Rosazea tendieren zu Störungen des Lipidstoffwechsels und Hypertonie. Ihr Risiko für koronare Herzkrankheit ist aber auch unabhängig von typischen Risikofaktoren erhöht.

Rosazea ist eine chronisch entzündliche Krankheit und gleicht darin anderen Hauterkrankungen wie der Psoriasis. Der Verdacht liegt daher nahe, dass die Kupferrose in ähnlicher Weise mit Atherosklerose und kardiovaskulären Folgekrankheiten assoziiert ist wie die Schuppenflechte. Dermatologen um Tuan-Chun Hua von der taiwanischen Yang-Ming-Universität in Taipeh sind dem Zusammenhang in einer großen landesweiten Studie nachgegangen. Sie bedienten sich dabei der Forschungsdatenbank der nationalen Krankenversicherung in Taiwan, einer Pflichtversicherung, die 99,6% der Bürger umfasst.

Dylipidämie, KHK, Hypertonie

In die Untersuchung gingen die Daten von 33.553 Patienten mit Rosazea ein, die jeweils mit zwei Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts verglichen wurden. Hierbei taten sich signifikante Unterschiede auf. 20,9% der Rosazeapatienten, aber nur 16,3% der Kontrollen wiesen eine Dyslipidämie auf (Odds Ratio [OR] 1,41). Für die koronare Herzkrankheit betrugen die Häufigkeiten 11,3% und 9,0% (OR 1,35). Hyperton waren 22,8% der Patienten und 20,8% der Kontrollen (OR 1,17).

Die Assoziation von Rosazea und koronarer Herzkrankheit blieb auch bestehen, nachdem die Daten nach dem Vorliegen klassischer Risikofaktoren – Hypertonie, Dyslipidämie, Diabetes mellitus – abgeglichen worden waren. Dies zeige, dass die Korrelation unabhängig von anderen Faktoren bestehe, schreiben die Forscher und verweisen auf verwandte Befunde bei Psoriasispatienten.

Interessanterweise gab es keine Verbindung zwischen Rosazea und Diabetes mellitus. Dies könnte laut den taiwanischen Wissenschaftlern daran liegen, dass Diabetes mit einer endothelialen Dysfunktion und demzufolge mit einer beeinträchtigten Vasodilatation einhergeht. Die Assoziation beider Erkrankungen wird dadurch womöglich verringert.

Auf Risikofaktoren screenen

Einschränkend bemerken die Forscher, es habe sich bei der Studienpopulation überwiegend um Personen mit Hauttyp III oder IV gehandelt. Die Ergebnisse sollten daher nur mit Vorsicht auf hellere Hauttypen übertragen werden, bei denen die Prävalenz von Rosazea möglicherweise höher sei.

„Wir schlagen vor, Patienten mit Rosazea auf kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie auf Herz- und Gefäßerkrankungen zu screenen“, schreiben Hua und Kollegen in ihrem Resümee. Auf bestimmte Subgruppen sollte man besonders achten. Dazu gehören beispielsweise Patienten, die in einem Alter von 40 Jahren oder jünger an Rosazea erkranken – bei ihnen ist das Hautleiden signifikant mit Dyslipidämie vergesellschaftet (OR 1,31).

Literatur