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27.09.2018 | Rosazea | Nachrichten

Besser als nur ein feuchter Verband

Tranexamsäure plus Microneedling effektiv bei Rosazea

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Anwendung von Tranexamsäure ist bei einer Rosazea wirkungsvoll. Besonders die Kombination aus topischer Therapie, Microneedling und anschließendem feuchten Verband kann Rötungen & Co. effektiv lindern.

Topische Therapien, z. B. Salben mit Metronidazol oder Azelainsäure, sind bei der Therapie der Rosacea Standard [1]. Auch die Anwendung von Tranexamsäure könnte eine Linderung bringen. Dabei handelt es sich um einen antifibrinolytischen Wirkstoff, der u. a. bei der Therapie von Blutungen eingesetzt wird.

Wie Fontini Bageorgou und Kollegen jetzt herausfanden, kann die topische Applikation von Tranexamsäure in Kombination mit einem Microneedling und anschließendem feuchten Verband eine Rosazea wirkungsvoller lindern, als ein feuchter Verband alleine [2].

Beide Anwendungen sind erfolgreich

Für ihre prospektive Studie rekrutierten die Ärzte 20 Patientinnen mit Rosacea erythematosa-teleangiectatica und legten entweder einen Tranexamsäureverband für 20 Minuten an (Gruppe 1) oder behandelten die Teilnehmer mit einem Microneedling in Kombination mit topischer Tranexamsäure und einem anschließenden Tranexamsäureverband (Gruppe 2). Die jeweiligen Therapien wurden vier Mal wiederholt, mit 15-tägigen Pausen zwischen den einzelnen Sessions. Die Autoren nutzten den Investigator Global Assessment of Rosacea Severity Score (IGA-RSS) vor und nach der Therapie, sowie eine Bewertung von Ärzten, um Veränderungen zu bestimmen.

Bei allen Probanden reduzierte sich die Rosazea nach den vier Behandlungssessions. In der ersten Gruppe (nur feuchter Verband) verbesserte sich der IGA-RSS um zwei Einheiten, in der zweiten Gruppe (Microneedling + topische Therapie + Verband) um drei Einheiten. Die Reduktion der IGA-RSS-Werte hielt für mindestens vier Monate an. Eine Dermatoskopie bestätigte die Wirksamkeit der Tranexamsäure gegen Erytheme und Teleangiektasien. Viele der Gefäße, die auf den initialen Fotos zu sehen waren, waren nach der Therapie komplett verschwunden.

In Gruppe A litt keiner der Probanden unter Nebenwirkungen. Bei Gruppe zwei kam es aufgrund des Microneedlings zu leichten Beschwerden wie Erythemen und Hautirritationen, die allerdings einige Stunden nach der Behandlung wieder verschwanden.

Limitationen: wenige Probanden und keine Verblindung

Schon vorherige Untersuchungen demonstrierten die Wirksamkeit der Tranexamsäure bei Rosazea [3,4]. Neu in der vorliegenden Studie ist die Art der Anwendung des Wirkstoffs und der Vergleich verschiedener Applikationsmöglichkeiten. Die Autoren folgern, dass Tranexamsäure bei Rosazea eine vielversprechende und günstige Behandlungsmöglichkeit ist. Sie zielt vor allem auf das vaskuläre Netz und die durch die Rosazea verursachten Erytheme ab.

Limitationen waren der Ausschluss verschiedener Patientengruppen, unter anderem schwangerer und stillender Mütter. Auch Patienten mit einer Thromboembolie oder familiären Fällen wurden von der Studie ausgeschlossen. Außerdem war die Untersuchung nicht verblindet, die Studienzeit war eher von kurzer Dauer und die Probandenanzahl klein.

Das Wichtigste in Kürze
Frage: Kann Tranexamsäure eine Rosazea effektiv lindern?
Antwort: In der Studie von  Fontini Bageorgou und Kollegen verbesserte sich eine Rosazea nach Applikation von Tranexamsäure. Dabei war die Kombination aus topischem Wirkstoff, Microneedling und anschließendem feuchtem Verband mit Tranexamsäure wirkungsvoller als die Anwendung eines feuchten Verbandes alleine.
Bedeutung: Tranexamsäure stellt laut Autoren eine kostengünstige und einfach anzuwendende Therapiealternative bei Rosazea dar.
Einschränkungen unter anderem: Ausschluss diverser Patientengruppen, kurze Studiendauer, kleine Probandenzahl, keine Verblindung der Studie.
Literatur

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