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21.02.2017 | Photodynamische Therapie | Nachrichten

Direktvergleich

Photodynamische Therapie: Wie wird die Haut optimal vorbereitet?

Autor:
Dr. Beate Schumacher

Um die Aufnahme von topischen Photosensibilisatoren zu erleichtern, wird eine physikalische Vorbehandlung der Haut empfohlen. Die effektivste Methode wurde nun in einer Vergleichsstudie ermittelt.

Vor einer photodynamischen Therapie (PDT) werden verhornte Hautstellen meistens mit einer Kürette abgetragen. Nach einer Studie aus Dänemark ist die Kürettage aber nicht das beste Verfahren, um  die Hautbarriere für den Photosensibilisator durchlässig zu machen. Die stärkste Akkumulation von Protoporphyrin IX (PPIX) ergab sich im Direktvergleich verschiedener physikalischer Vorbehandlungen nach der Anwendung eines ablativen fraktionierten Lasers  (AFXL). Allerdings kam es damit auch zu den stärksten lokalen Hautreaktionen.

Außer Kürettage und AFXL wurden Mikrodermabrasion (mit Spezialpads), Microneedling, ein nicht ablativer fraktionierter Laser und keine Vorbehandlung getestet. Alle Verfahren kamen standardisiert bei jeder von zwölf  gesunden Versuchspersonen auf 2 x 4 cm großen Hautarealen auf dem Rücken zum Einsatz. Danach wurden 125 µl Creme mit 16% Methylaminolävulinat aufgetragen, drei Stunden später wurde mit Rotlicht bestrahlt.

Stärkste PPIX-Akkumulation nach AFXL

Die PPIX-Fluoreszenz erreichte die höchste Intensität nach AFXL, mit median 8861 AU (AU: arbitrary units, willkürlich definierte Einheiten). Danach folgten auf ähnlichem Niveau Mikrodermabrasion (6731 AU), Microneedling (5609 AU) und Kürettage (4765 AU). Ohne Vorbehandlung wurden dagegen nur 2254 AU erreicht. Der Nicht-AFXL brachte keine Verbesserung (2898 AU). Die Laserdichte (2% vs. 4% vs. 6%) oder die Zahl der Durchgänge (1, 2 oder 3) zu erhöhen, führte nicht zu einer Zunahme der Fluoreszenz.

Dieselbe Reihenfolge ergab sich wenn das Ausmaß der „Lichtbleichung“ (photobleaching) beurteilt wurde. Auch hierauf hatte der Nicht-AFXL keinen Einfluss.

Histologische Veränderungen

Den unterschiedlichen PPXI-Fluoreszenzintensitäten entsprachen unterschiedliche Veränderungen der Haut. Mit der Kürettage wurde das Stratum corneum fast auf ganzer Dicke abgetragen, die Mikrodermabrasion führte zu einer oberflächlicheren Zerstörung. Microneeedling, AFXL, Nicht-AFXL drangen etwa bis zur Dermis vor. Beim Microneedling bildeten sich enge Kanäle, beim AFXL waren es offene Kanäle mit einer zentralen 50–75 µm breiten Öffnung umgeben  von einer Manschette aus koaguliertem Gewebe. Nach Nicht-AFXL fanden sich 32–64 µm breite Säulen von koagulierter Haut mit darüber liegenden epidermalen Ödemen und intaktem Stratum corneum.

Mehr lokale Nebenwirkungen 

Die Behandlungen induzierten leichte bis moderate Erytheme, die Laserbehandlungen auch Ödeme. Die stärksten lokalen Hautreaktionen unmittelbar und 1–3 Tage nach PDT wurden mit dem AFXL beobachtet. Die Laserbehandlungen gingen mit leichten bis mittelstarken Schmerzen einher, bei den anderen Verfahren wurden keine bis geringfügige Schmerzen angegeben.

„AFXL, Mikrodermabrasion, Microneedling und Kürettage verstärken die PPIX-Akkumulation und die PDT-Reaktion in gesunder Haut“, schreiben die Studienautoren um Christiane Bay von der Universität Kopenhagen. Der stärkste Effekt werde per AFXL erzielt. Dies lasse vermuten, dass durch eine AFXL-Vorbehandlung auch der PDT-Erfolg bei aktinischer Keratose gesteigert werden könne.

Literatur

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