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27.08.2018 | Photodynamische Therapie | Nachrichten

BF-200 vs. MAL

Photodynamische Therapie bei aktinischer Keratose: Welche lichtaktive Substanz ist besser?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Photodynamische Therapie (PDT) mit Tageslicht ist eine oft weniger schmerzhafte Alternative zur herkömmlichen PDT. Dabei verwenden Ärzte vor allem zwei lichtaktive Substanzen: BF-200 oder MAL (Methyl-Aminolävulinsäure). Eine Phase 3-Studie zeigt jetzt, dass beide Produkte gleich effektiv sind – BF-200 bringt sogar Vorteile hinsichtlich verringerter Rezidivraten. Die Studie unterstreicht zudem die generelle Wirksamkeit der Tageslicht-PDT.

Bei der Behandlung der aktinischen Keratose ist die Photodynamische Therapie (PDT) hoch effektiv und erzielt gute kosmetische Ergebnisse. Schmerzen, die während der Therapie entstehen, limitieren allerdings die Anwendung. Neuere Studien untersuchen daher die Möglichkeit einer PDT mit normalem Tageslicht (dPDT) und zeigen sogar gewisse Vorteile der dPDT gegenüber der herkömmlichen Variante [1,2]. Beide Methoden basieren auf topischen Gelen oder Cremes, z.B. BF-200 (enthält 7,8% 5-Aminolävulinsäure, ALA) oder MAL (enthält 16% Methyl-Aminolävulinsäure), die als Photosensibilisator dienen. Kleinere Studien, die die Wirksamkeit der beiden Substanzen vergleichen, existieren bereits [3,4].

Um eine Nichtunterlegenheit des Nanoemulsionsgels BF-200 ALA gegenüber der MAL-Creme bei der dPDT zu bestätigen, rekrutierten die Autoren einer neuen multizentrischen Phase 3-Studie 52 Probanden mit leichter oder moderater aktinischer Keratose, die zwischen drei und neun Hautläsionen aufwiesen [5]. Diese befanden sich auf beiden Seiten des Gesichts oder der Kopfhaut. BF-200 (Ameluz®, Biofrontera, Leverkusen) oder MAL (Metvix®/Metvixia®, Galderma, Düsseldorf) wurden auf die entsprechenden Stellen auf je eine Seite aufgetragen. Die Patienten mussten anschließend mindestens zwei Stunden im Freien bei Tageslicht verbringen.

Niedrigere Rezidivraten mit BF-200 ALA

Zwölf Wochen nach der dPDT verschwanden 79,8 % der mit BF-200 behandelten Läsionen, bei den mit MAL-behandelten Stellen waren es 76,5 %. Die Behandlung mit BF-200/dPDT war damit der Behandlung mit MAL/dPDT nicht unterlegen (medianer Unterschied nach statistischer Auswertung: 0,0; 97,5% Konfidenzintervall KI 0,0; p<0,0001). Die besten Ergebnisse erzielten die Autoren mit beiden Produkten bei Läsionen im Gesicht und bei Patienten mit milder aktinischer Keratose. Bei bewölktem Wetter zeigte BF-200 bessere Ergebnisse als MAL (80,1% der Läsionen waren verschwunden vs. 70,4% mit MAL). Die 1-Jahres-Rezidivraten waren mit BF-200 ALA signifikant niedriger als mit MAL (19,9% vs. 31,6%; p=0,01).

dPDT nur wenig belastend

Das kosmetische Ergebnis wurde bei 40,7% der mit BF-200 behandelten Hautläsionen und bei 37,5% der mit MAL eingecremten Stellen mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Keine zufriedenstellenden Resultate gab es bei 15,6% (BF-200) bzw. 18,7% (MAL) der AK-Läsionen. 91,8% der Patienten waren sowohl mit der BF-200/dPDT und der MAL/dPDT zufrieden. Die meisten Probanden empfanden die Therapie als nicht belastend (67,3%) oder wenig belastend (26,5%).

Nebenwirkungen waren transiente, meist leichte oder moderate Reaktionen (z.B. Erytheme, Schmerzen, Juckreiz, Schorf) an der Applikationsstelle. Nur bei drei Patienten traten schwere Nebenwirkungen auf. Die Schmerzen bei der Bestrahlung hielten sich insgesamt in Grenzen (1,2 für BF-200 und 1,1 für MAL auf einer Skala von 0=keine Schmerzen bis 10=sehr starke Schmerzen).

Fazit

Eine einzige dPDT mit BF-200 oder MAL war in der Studie ausreichend, um die meisten der Hautläsionen erfolgreich zu behandeln. Es gab einen Trend zur höheren Effizienz von BF-200 hinsichtlich Clearance-Raten. Auch bei den 1-Jahres-Rezidivraten zeigte BF-200 Vorteile gegenüber MAL.

Interessenskonflikte
Die Autoren geben diverse Interessenskonflikte an, für Details siehe [5].
Sponsoring
Die Studie wurde von Biofrontera Bioscience GmbH gesponsert.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise