Skip to main content
main-content

04.10.2017 | Narben und Keloide | Nachrichten

Topische vs. invasive Methode

So verschwinden Keloide fast wie von selbst

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Für die Therapie von Keloiden stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die Kombination von topischem Clobetasolpropionat und einem Silikonverband ist dabei genauso effektiv wie die Injektion von Triamcinolon.

Die intraläsionale Injektion von Triamcinolon ist eine der ältesten und gleichzeitig die am häufigsten genutzte Methode zur Behandlung von Keloiden. Die Therapie ist zwar kostengünstig, bringt aber mehrere Nebenwirkungen mit sich.

Goldstandard für die initiale Keloidtherapie sowie für die Prävention sind zurzeit nicht invasive Silikonverbände. Nebenwirkungen umfassen Juckreiz, Kontaktdermatitis und Xerosen, die aber nach Entfernung des Verbands wieder verschwinden. Vorherige Studien zeigten, dass Silikonverbände der Therapie mit Triamcinolon unterlegen sind. Die Kombination von Silikonverbänden und einer Creme aus Clobetasolpropionat wurde laut Autoren jedoch bisher nicht untersucht.

Die Studie von Norazirah Nor und Kollegen prüfte nun, ob eine Clobetasolpropionatcreme 0,05% unter einem Silikonverband mit der konventionellen Triamcinolontherapie vergleichbar ist.

Bewertung durch Dermatologen und Patienten

Die prospektive, randomisierte Studie schloss Patienten (Alter ≥ 18 Jahre) ein, die mindestens zwei nicht behandelte Keloide an der gleichen Körperstelle aufwiesen. 17 Patienten (pro Patient zwei Narben, insgesamt 34 Narben) wurden evaluiert. Mehr als 75% der Narben befanden sich an Schultern und Brust. Die Keloide wurden entweder täglich mit Clobetasolpropionat 0,05% in Kombination mit einem Silikonverband (Narbe eins), oder einmal pro Monat mit einer intraläsionalen Injektion von Triamcinolon (40 mg/ml) (Narbe zwei) über einen Zeitraum von drei Monaten behandelt. Die Effizienz der Therapie wurde mittels POSAS-Fragebögen (Patient and Observer Scar Assessment Scale) ermittelt. Zwei unabhängige Dermatologen bewerteten das Ergebnis zu Beginn und in vierwöchigen Intervallen. Auch die Patienten selbst evaluierten den Erfolg zu diesen Zeitpunkten. Zusätzlich wurden bei jeder Visite Fotos erstellt und die Narbengröße zu Beginn und nach zwölf Wochen gemessen.

Topische Kombinationstherapie genauso effektiv wie invasive Methode

Alle Keloide verbesserten sich signifikant nach zwölf Wochen (p ≤ 0,05). Der Beobachter- und der Patienten-POSAS waren nach zwölf Wochen zwischen den Therapiearmen gleich. Auch gab es keinen signifikanten Unterschied in der Keloidgröße zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Jedoch zeigte der Triamcinolon-Arm ein leicht besseres Ergebnis in Bezug auf die Narbendicke ab Woche acht. Im Triamcinolon-Arm gab es mehr Nebenwirkungen als in der Clobetasolpropionat/Silikonverbandgruppe. Unter Triamcinolon-Therapie traten Schmerzen bei allen und kutane Nekrosen bei 70% der Patienten auf. Erytheme und Juckreiz wurden häufig in der Clobetasolpropionat/Silikonverbandgruppe beobachtet. 53% der Patienten gaben nach zwölf Wochen an, die topische Behandlung mit Clobetasolpropionat und Silikonverband der mit Triamcinolon vorzuziehen.

Die Autoren schlussfolgern, dass die Wirkung von Clobetasolpropionat sich unter einem Silikonverband besser entfalten kann und der Therapie mit Triamcinolon nicht unterlegen ist. Die topische Kombinationstherapie ist besonders interessant für Patienten mit niedriger Schmerzschwelle, einer Nadelphobie und solchen, die eine Selbstbehandlung bevorzugen.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise