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19.12.2017 | Narben und Keloide | Nachrichten

Narbenreduktion mit Kombitherapie

Mikronadeln und Säure glätten Aknehaut

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Glykolsäure und Mikroneedling sind zwei effektive Therapiemöglichkeiten bei Aknenarben. Die Kombination beider Methoden kann das Ergebnis hinsichtlich der Hauttextur verbessern.

Etwa 95% der Aknepatienten entwickeln im Verlauf der Erkrankung kleinere Narben, bei 22% sind diese sogar sehr stark ausgeprägt [1]. Häufig greifen Dermatologen auf ein Mikroneedling zurück, um die unschönen Stellen zu behandeln. Dabei bewegt der behandelnde Arzt einen Roller, auf dem feine Nadeln angebracht sind, über die Haut. Dies führt zur Bildung kleinster Löcher in der Epidermis, was wiederum die Neokollagenese und Neoangiogenese stimuliert. Die Methode ist, im Gegensatz zu Lasern, chemischen Peelings und Dermabrasion, nur mit einem geringen Risiko für eine postinflammatorische Hyperpigmentierung assoziiert und daher auch für dunkelhäutige Menschen eine sichere Therapieoption [2,3].

Auch Glykolsäure wird häufig in der Therapie von Aknenarben verwendet. Siebzig Prozent der Säure dringt bis in die obere papilläre Dermis und erhöht dort die Synthese von Bindegewebe. Nur wenige Studien vergleichen dabei den Effekt der beiden Methoden [4]. Eine neue randomisiert kontrollierte Untersuchung liefert nun neue Ergebnisse [5].

Verbesserung der Hauttextur und weniger Narben

Insgesamt 60 Patienten mit Aknenarben wurden eingeschlossen, davon beendeten acht die Studie vorzeitig. 52 Probanden konnten am Ende ausgewertet werden. Die Randomisierung der Teilnehmer erfolgte in zwei Gruppen: Die erste Gruppe erhielt ein Mikroneedling in den Wochen null, sechs und zwölf. In Gruppe zwei kam ebenfalls das Mikroneedling in den Wochen null, sechs und zwölf zum Einsatz, zusätzlich wurde die Haut der Probanden in den Wochen drei, neun und 15 mit 70%iger Glykolsäure gepeelt. Mittels ECCA (Echelle d’evaluation clinique des cicatrices d’acne)-Score wurde die Verbesserung der Narben 22 Wochen nach der Behandlung evaluiert. Die Patienten selbst beurteilten die Schwere der Aknenarben und die Hauttextur mit der VAS (Visual analogue scoring)-Skala (von 1-10). Eine Verminderung des VAS-Scores in Bezug auf die Schwere der Narben und eine Erhöhung des Scores bezüglich der Hauttextur wurde als Verbesserung angesehen.

Der mittlere VAS-Score hinsichtlich Aknenarben reduzierte sich signifikant in beiden Gruppen nach der Behandlung. Bezüglich der Hauttextur war der Anstieg des Scores in Gruppe 2 stärker ausgeprägt als in Gruppe 1. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen war nach zwölf und 18 Wochen signifikant. Der ECCA-Score war zwischen den beiden Gruppen vor der Therapie (Gruppe 1: 111.90  +/- 29.78; Gruppe 2: 112.93 +/- 31.80) und auch nach 22 Wochen (Gruppe 1: 82.32 +/- 29.60, Gruppe 2 73.28 +/- 29.30) vergleichbar – die Reduzierung des Scores nach 22 Wochen war jedoch nur für die 2. Gruppe signifikant (39.65 in Gruppe 2 vs. 29.58 in Gruppe 1; P<.001). Die häufigste Nebenwirkung in beiden Gruppen waren Erytheme (28 Patienten in Gruppe 1 und 27 Probanden in Gruppe 2).

Fazit

Die Schlussfolgerung der Autoren: Um Aknenarben gut zu therapieren, gibt es nicht „die“ ideale Technik – vielmehr braucht es mehrere Methoden, um die unschönen Hautpartien wieder zu glätten. Der Zusatz von Glykolsäure zu einem Mikroneedling verbessert das Ergebnis (ECCA-Score und Hauttextur) im Vergleich zur Verwendung eines Mikroneedling-Rollers alleine.

Literatur

Weiterführende Themen