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22.08.2018 | Narben und Keloide | Nachrichten

Mit 3D-Imaging & Ultraschall

Keloidtherapie objektiv beurteilen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Behandlung von Keloiden mit Kälte und Triamcinolonacetonid gilt als effizient. Objektive Bewertungen der Therapie fehlen jedoch bisher. Wie eine neue Studie zeigt, können 3D-Imaging und Ultraschall dabei helfen, den therapeutischen Effekt zu quantifizieren und die Effizienz der Kombibehandlung zu bestätigen.

Die Therapie von exzessiven Narben hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen unter anderem Silikongele, Druck, Bestrahlung und Kältebehandlungen. Neuere Strategien für refraktäre Narben umfassen intraläsionale Injektionen von 5-Fluoruracil, Interferon und Bleomycin sowie nicht-ablative und ablative Laser.

Auch die Injektion von Glucokortikoiden alleine oder in Kombination mit einer Kryotherapie ist gut etabliert. Die Hypothese: Die Kälte verändert die Mikrozirkulation und ruft eine Apoptose von Fibroblasten in der Narbe hervor. Dadurch bilden sich dermale Ödeme, die die Injektion in das Gewebe vereinfachen. Beispielsweise hat sich die Kombination aus Triamcinolonacetonid und Kältebehandlung bewährt.

Studien, die die Effekte dieser Therapie untersuchen, bewerten die Ergebnisse allerdings eher subjektiv – eine objektive Analyse mit modernen Methoden wie Ultraschall und 3D-Imaging fehlte bisher. Auch gab es nur Beurteilungen des Ergebnisses vor und nach der Behandlung. Der Therapieprozess wurde noch nicht verfolgt.

Zuerst Vereisung, dann Injektion

Die Autoren einer neuen Studie [1] behandelten 15 Patienten mit mittelgroßen Keloiden und analysierten den Behandlungserfolg mittels objektiver Methoden.

Die Narben bestanden im Schnitt seit 7,8 Jahren. Die Studienteilnehmer wurden vier Mal mit einer Kryotherapie, nach der direkt Triamcinolonacetonid in die Narbe injiziert wurde, behandelt. Die Sessions fanden in monatlichen Abständen statt. Die Kryotherapie bestand aus der Applikation eines Sprays aus flüssigem Stickstoff, das für zehn Sekunden auf die Narbe gesprüht wurde (Wiederholung nach einer Minute). 3D-Imaging (PRIMOSpico), Ultraschall und digitale Fotos dienten der objektiven Beurteilung.

Objektive Methoden bestätigen den Therapieerfolg

Mittels 3D-Imaging beobachteten die Autoren nach vier Sessions eine signifikante Verringerung der Höhe der Keloide um 41,3% (p<0,0001).  Nach der ersten Sitzung reduzierte diese sich schon signifikant um 18,3% (p=0,0143), nach der zweiten Behandlung um 29,9% (p=0,2258) und nach drei Sessions um 37,8% (p=0,3391). Das Keloidvolumen hatte sich um durchschnittlich 34,3% reduziert.

Auch mittels Ultraschall wurde eine signifikante Verringerung der Narbenhöhe, Eindringtiefe und des Volumens festgestellt. Während den Behandlungen traten immer mehr echoreiche Reflexionen auf, die auf eine Transformation in ein homogeneres Narbengewebe hinwiesen. Die Narbenhöhe verringerte sich nach vier Sessions im Schnitt um 31,7%, die Gewebspenetration um 37,8%.

Acht Patienten entwickelten Teleangiektasien, davon zeigten vier Pigmentierungsstörungen.

Die Autoren folgern, dass mittels 3D-Imaging und Ultraschall der Erfolg einer Narbentherapie quantifiziert werden kann und die klinischen Ergebnisse bestätigt. Da die Methoden sehr sensibel sind, könnten sie dabei helfen, Responder von Nicht-Respondern frühzeitig zu unterscheiden.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Wie effizient ist Therapie von Keloiden mit Triamcinolonacetonid und Kryotherapie, wenn man den Behandlungserfolg mit objektiven Methoden misst?

Antwort: Kälteanwendung und Triamcinolonacetonid sind effizient bei der Behandlung von Keloiden. Das zeigt sich nicht nur visuell, sondern auch in der objektiven Beurteilung mittels 3D-Imaging und Ultraschall.

Bedeutung: Die objektive Beurteilung hilft dabei, die therapeutischen Effekte zu quantifizieren.

Einschränkung: Kleine Patientenanzahl, keine Follow-ups, teilweise Mängel bei der Standardisierung der Injektionstechniken

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise