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10.03.2018 | Narben und Keloide | Nachrichten

Intraläsionale Injektion

Kombi-Behandlung lässt Narben schrumpfen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Eine Injektionstherapie mit Triamcinolon und Verapamil ist effizient bei hypertrophen Narben und Keloiden. Das zeigt eine neue Studie.

Die Therapie von Keloiden und hypertrophen Narben gestaltet sich bis heute als schwierig. Neben Druck-, Radio-, und Kryotherapie kommen die chirurgische Entfernung und auch Kombinationen der genannten Methoden infrage.

Eine neue Studie beschäftigt sich mit der Möglichkeit der intraläsionalen Injektion [1]. Die Autoren verwendeten dazu zwei Wirkstoffe: Das Kortikosteroid Triamcinolon sowie den Kalziumantagonisten Verapamil. Letzterer ist in seiner Effizienz noch weitgehend unbekannt und auch die Kombination aus beiden Substanzen  ist bisher nicht erforscht.

Insgesamt drei Injektionen

Die Autoren rekrutierten 58 Probanden (mittleres Alter: 28 Jahre) mit hypertrophen Narben oder Keloiden. Die Teilnehmer erhielten Injektionen mit Triamcinolon und Verapamil (mittleres Volumen zwischen 0,1 und 0,2 ml) in einer 1:1 Mischung (Triamcinolon: 49 mg/ml); Verapamil: 2,5 mg/ml). Die Patienten erhielten eine Woche nach der ersten (t = 0) eine zweite Behandlung. Drei Wochen nach der ersten Injektion wurden die Wirkstoffe ein drittes Mal verabreicht. Die Follow-up-Zeit betrug zwischen 39 und 729 Tagen nach Start des Injektionsschemas. Zwölf Patienten schieden während des Follow-ups aus der Studie aus. Die Evaluation der Narben erfolgte mittels Patient and Observer Scar Assessment Scale (POSAS).

Während der Studie litten nur wenige Patienten unter Nebenwirkungen. Bei einem Probanden verhärtete sich die Narbe, bei einem anderen gab es eine Vertiefung. Einige Teilnehmer berichteten nach der Injektion, dass die Narbe juckte.

Keloide

Bei den Keloiden reduzierten sich die POSAS-Werte im Vergleich zur Ausgangssituation (67,77) signifikant (3-4 Monate: 46,57; 4-6 Monate: 48,5; nach über zwölf Monaten: 39,0).

Alle Patientenscores waren nach der Behandlung verringert, aber nur nach bestimmten Zeitpunkten hinsichtlich Schmerzen (Anfangswert: 3,6; nach über zwölf Monaten: 1,0) und Juckreiz (Anfangswert: 5,77; nach über zwölf Monaten: 1,0) signifikant reduziert. Auch die Beobachterscores waren im Vergleich zum Zeitpunkt vor den Injektionen geringer. Hinsichtlich einheitlicher Oberflächenstruktur (Anfangswert: 5,0; nach über zwölf Monaten: 2,0), Geschmeidigkeit (Anfangswert: 4,63; nach vier bis sechs Monaten: 3,33) und Narbenfläche (Anfangswert: 4,47; nach über zwölf Monaten; 2,33) waren die Werte signifikant.

Hypertrophe Narben

Die Injektionen waren auch bei den hypertrophen Narben erfolgreich. Zwischen Anfangswert (70,59) und den Zeitpunkten 3-4 Monate (43,33), 4-6 Monate (48,80) und zwölf Monaten (46,83) verbesserten sich die POSAS-Werte signifikant.

Die Patientenscores verringerten sich auch hier nach bestimmten Zeiten im Vergleich zu vor der Therapie:

  • Schmerzen: Anfangswert 3,60; nach über zwölf Monaten: 2,71
  • Geschmeidigkeit: Anfangswert 7,57; nach über zwölf Monaten 5,0
  • Narbendicke: Anfangswert 8,4; nach 3-4 Monaten 5,0
  • Oberflächenstruktur: Anfangswert 8,27; nach 3-4 Monaten 5,71

Bei den Beobachterscores hatten sich die Werte Vaskularisierung, Pigmentierung, Oberfläche, Geschmeidigkeit und Fläche verbessert.

Fazit

Die Autoren folgern, dass eine Kombination aus Triamcinolon und Verapamil-Injektionen sowohl hypertrophe Narben, als auch Keloide signifikant und langanhaltend verbessern kann. Limitationen der Studie waren laut Autoren die geringe Patientenanzahl und das Fehlen einer Kontrollgruppe.

Literatur

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