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07.11.2017 | Melasma | Nachrichten

Vergleich zweier Methoden

Tranexamsäure beim Melasma – Injektion oder oral?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Für die Behandlung von Hyperpigmentierungen der Haut greifen Ärzte zum Beispiel auf Tranexamsäure zurück. Dabei ist es bezüglich der Effizienz scheinbar egal, ob das Medikament als Tablette oder Injektion verabreicht wird, wie eine neue Studie zeigt.

Die Therapiemöglichkeiten für Melasmen sind zwar vielseitig, aber nicht zufriedenstellend. Hypopigmentierende Mittel, Peelings und Laser wirken nur eingeschränkt und haben viele Nebenwirkungen. Tranexamsäure (TXA) ist ein antifibrinolytisches Agens, das eigentlich bei der Prophylaxe und Therapie von Blutungen zum Einsatz kommt. Das Medikament ist aber auch bei der Behandlung von Melasmen vielversprechend. Unklar ist jedoch, welche Anwendung die Beste ist: topisch, oral oder intradermal?

In einer Studie mit 100 Melasma-Patienten wurde die orale Gabe mit der intradermalen Injektion von TXA verglichen. Gruppe A bekam 250 mg TXA zweimal täglich oral für einen Zeitraum von zwölf Wochen. Bei Gruppe B wurde TXA in einer Konzentration von 4 mg/ml alle vier Wochen (Woche 0, 4, 8) intradermal mittels Mikroinjektion verabreicht. Die maximale Dosis betrug dabei 8 mg pro Zyklus. Die Autoren beurteilten den MASI (Melasma Area Severity Index), mit dem die Schwere der Melasmen beurteilt wird. Außerdem dokumentierten sie eine eventuelle Rückkehr der Melasmen und auftretende unerwünschte Ereignisse.

Gutes Ansprechen bei beiden Verabreichungsformen

In Gruppe A beendeten 39 Teilnehmer die Studie, in Gruppe B waren es 41. Die Mehrheit der Patienten sprach in den ersten vier Wochen auf die Therapie an. Nach zwölf Wochen zeigten 64,1 % (Gruppe A) bzw. 22 % (Gruppe B) ein sehr gutes Ansprechen. Bei 35,9 % (A) bzw. 78 % (B) war das Ansprechen gut. Auch der Vergleich von Fotografien, die vor und nach der Therapie angefertigt wurden, zeigte eine Verbesserung durch die Behandlung mit TXA. Bei neun Teilnehmern der Gruppe A und zehn Patienten von Gruppe B war die Behandlung wirkungslos.

Zu Beginn der Studie betrug der MASI im Mittel 12,25 für Gruppe A und 11,29 für Gruppe B. Nach vier Wochen fand eine deutliche Senkung des Indexes statt: Hier betrug der Index in Gruppe A nur noch 9,67 Punkte (- 21 %), bei Gruppe B waren es 9,34 Punkte. Auch nach acht (5,83 Punkte in A und 5,8 in B) und zwölf Wochen (2,78 in A und 2,37 in B) waren die Indexwerte geringer als am Anfang.

In beiden Gruppen traten unerwünschte Ereignisse auf: 15,4% (n = 6) aus A klagten über eine Hypomenorrhoe, die sich allerdings nach Studienabschluss verbesserte. Zwei Teilnehmer litten unter epigastrischem Unwohlsein während der ersten vier Wochen, das sich nach der Behandlung mit Ranitidin (150 mg zweimal täglich) besserte. 13 Patienten (26%) aus Gruppe B hatten vorübergehende Schmerzen und Ödeme an der Injektionsstelle, die nach 48 Stunden verschwanden. Kein Teilnehmer brach die Studie aufgrund unerwünschter Ereignisse ab. Bei zwei Patienten aus A kam die Krankheit nach dem Ende der Studie zurück.

Wie die Ergebnisse zeigen, sind beide Verabreichungsformen von TXA bezüglich MASI und Ansprechrate vergleichbar. TXA stellt daher eine effektive Behandlungsmöglichkeit bei Melasmen dar – und zwar unabhängig davon, ob sie oral gegeben oder injiziert wird.

Literatur
Bildnachweise