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12.10.2018 | Melasma | Nachrichten

Hydrochinon & Co.

Wirksamkeit von OTC-Produkten bei Hyperpigmentierungen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Dank Over-the-counter (OTC)-Produkten benötigen Menschen mit Hyperpigmentierungen nicht unbedingt ein Rezept vom Arzt, wenn Sie ihr Hautbild verschönern möchten. Aber welche Cremes sind bei Patienten am beliebtesten, welche wirken am besten, wie lange werden sie eingesetzt – und sind verschreibungspflichtige Produkte vielleicht nicht doch besser? Das wurde jetzt in einer neuen Studie untersucht.

Eine reine, ebenmäßige Haut ist ein Schönheitsideal, dem viele Menschen nacheifern. Nicht umsonst sind rezeptfreie Aufhellungscremes so beliebt. Gerade Patienten mit Hyperpigmentierungen greifen oft darauf zurück.

In einer neuen Studie [1] analysierten die Autoren um Dana S. Saade das Nutzungsverhalten von sogenannten Over-the-counter (OTC)-Produkten. Sie überprüften unter anderem auch die Erwartungen, die daran gestellt werden und die Wirkstoffe der verschiedenen Cremes. Dazu schlossen sie 406 erwachsene Probanden mit kutanen Hyperpigmentierungen ein. Die meisten Patienten hatten Fitzpatrick-Hauttypen 4-6. Am häufigsten litten sie unter Melasmen (42,9%) und postinflammatorischen Hyperpigmentierungen (33,9%).

Über die Hälfte nutzen OTC-Produkte

Insgesamt 51% der Teilnehmer gaben an, OTC-Aufhellungscremes zu verwenden. Davon berichteten 26,5% von einer Verbesserung der Hauteigenschaften durch das jeweilige Produkt. Von denjenigen, die eine OTC-Creme ausprobierten, versuchten es 56,1% zusätzlich mit einem verschreibungspflichtigen Aufheller.

Die Aufhellungscremes selbst enthielten am häufigsten Hydrochinon (59,1%). 36,7% der Käufer von solchen Cremes gaben an, dass dieser Inhaltsstoff bei ihnen eine gute Wirkung erzielte. Die meisten Probanden verwendeten die Hydrochinon-Aufheller für weniger als sechs Monate (63,5%), 15,2% nahmen das Produkt jedoch länger als ein Jahr.

Dreifach-Kombi-Cremes haben den besten Effekt

Betrachteten die Autoren OTC- und verschreibungspflichtige Produkte gemeinsam, waren die zweithäufigsten Cremes, die Patienten mit Hyperpigmentierungen nutzten, solche mit einer Dreifach-Wirkstoff-Kombination aus Fluocinolonacetonid, Hydrochinon und Tretinoin (16,3%). Diese wirkten noch besser als die Aufheller mit Hydrochinon alleine und verbesserten bei 74,1% der Patienten das Hautbild. Auf Cremes mit Kojisäure, Azelainsäure, Steroiden oder Antioxidantien griffen weniger als 15 Prozent der Probanden zurück. Sie bewirkten zudem nur eine geringe Verbesserung der Hyperpigmentierung (weniger als 25% für jedes Produkt).

45,7 % der Probanden gaben mehr als 30 Dollar im Monat für die Aufheller aus. Dass ein teureres Produkt besser wirkt, daran glaubten 28,9%.

Fazit der Studienautoren

In den USA greifen viele Menschen mit Hyperpigmentierungen auf OTC-Aufhellungsprodukte zurück. Allerdings waren in der Studie über die Hälfte der Patienten mit den Produkten nicht zufrieden. Am besten wirkte ein verschreibungspflichtiges Medikament mit einer Dreifachkombination. Dermatologen sollten Patienten diesbezüglich besser aufklären.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Welche rezeptfreien Aufhellungscremes werden von Menschen mit Hyperpigmentierungen in den USA am häufigsten gekauft und mit welcher erzielen sie den besten Effekt?

Antwort: Die meisten Patienten griffen auf Cremes mit Hydrochinon zurück. Den besten Effekt hatten jedoch verschreibungspflichtige Produkte mit einer Dreifach-Kombination aus Fluocinolonacetonid, Hydrochinon und Tretinoin.

Bedeutung: Mehr als die Hälfte der Patienten war mit der Wirkung der Cremes nicht zufrieden. Dermatologen sollten Patienten diesbezüglich besser aufklären.

Einschränkungen: u.a. Single-Center-Studie, Untersuchung von hauptsächlich weiblichen Teilnehmern

Literatur

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