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24.01.2017 | Männerästhetik | Nachrichten

Falten glätten

Immer mehr Männer setzen auf ästhetische Medizin

Autor:
Dr. Robert Bublak

Vielen Männern genügt es nicht mehr, nur die Haare schön zu haben. Zwar ist das männliche Geschlecht unter den Kunden der ästhetischen Medizin noch immer stark in der Minderheit. Doch die Zahlen steigen vor allem bei den nichtchirurgischen Verfahren.

Laut den Daten einer Übersichtsarbeit, die von den Dermatologen Corey Frucht (Santa Barbara) und Arisa Ortiz (San Diego) vorgelegt worden ist, beträgt der Anteil der Männer an den Kunden der nichtchirurgisch arbeitenden kosmetischen Medizin inzwischen immerhin 10–20%. Das Wachstum findet vor allem in einem Bereich statt: der Injektion von Neurotoxinen. Die Verabreichung von Fillern nimmt demgegenüber allenfalls moderat zu.

Frucht und Ortiz weisen darauf hin, dass die männliche Anatomie im Gesichtsbereich Besonderheiten aufweist, die bei den ästhetischen Interventionen berücksichtigt werden wollen. So sind mimische Falten von Männern aufgrund ihrer stärkeren mimischen Muskulatur meist ausgeprägter als jene von Frauen. Oft wünschen Männer auch gar nicht, dass ihre Falten völlig verschwinden. Es genügt ihnen häufig, sie etwas sanfter gestalten zu lassen.

Nicht feminin und nicht zu maskulin

Im Stirnbereich, wo es etwa um die Behandlung von Stirn- und Glabellafalten geht, benötigen Männern aufgrund der größeren zu behandelnden Fläche tendenziell mehr Injektionen von Botulinumtoxin als Frauen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu unerwünschten zentralen oder lateralen Hebeeffekten an den Brauen kommt. Bei der Injektion in den Glabellakomplex etwa, die eine Chemodenervation des medialen Anteils des Musculus frontalis zur Folge hat, kann es nötig werden, auch den lateralen Frontalisanteil mitzubehandeln, um die laterale Anhebung der Brauen zu umgehen. Das nämlich führt zu einer für Frauen typischen, bogigen Brauenform.

Allgemein haben Männer einen prominenteren Überaugenwulst, eine breitere, aber auch flachere Stirn sowie flachere und eckigere Wangenpartien. Hier ist drauf zu achten, diese Merkmale nicht zu sehr in Richtung einer Feminisierung zu verändern. Nicht zuletzt gilt das beim Einsatz von Fillern. Werden diese in zentrale Gesichtsbereiche injiziert, kann eine unerwünschte Verweiblichung die Folge sein. Die Anwendung in den lateralen Partien, etwa dem Wangenbereich über dem Jochbein, führt womöglich zu günstigeren Ergebnissen. Andererseits kann die Überbetonung der männlichen Charakteristika zu einer aggressiven, bedrohlichen Anmutung der Gesichtszüge führen. Auch dies ist zu vermeiden.

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