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05.07.2018 | Laser | Nachrichten

Auch bei zuvor behandelten Patienten effizient

Mit 532 nm-Lasern Feuermale erfolgreich entfernen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Bei Patienten mit Feuermalen setzen Ärzte auf gepulste Farbstofflaser, allerdings mit meist nur mittelmäßigem Erfolg. Nd:YAG-Laser mit einer Wellenlänge von 532 nm könnten laut aktuellen Studien eine erfolgreiche Alternative darstellen – und das sogar bei zuvor behandelten Patienten. Dabei scheint die Art der vorangegangenen Therapie einen Einfluss auf den Erfolg der 532 nm-Laserbehandlung zu haben.

Kapilläre Malformationen (KM), auch „Feuermale“ genannt, haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität von Betroffenen. Für die Erstlinientherapie stehen gepulste Farbstofflaser (PDL) zur Verfügung. Allerdings ist eine vollständige Entfernung der Male fast nicht möglich, außerdem schlägt diese Art der Lasertherapie bei einigen Patienten nicht an.

Bei der Zweitlinientherapie verwenden Ärzte oft den 532 nm Nd:YAG-Laser. In zwei kürzlich veröffentlichten Studien wurde je ein solcher Laser mit Spotgrößen von sechs bis 10 mm und einer kurzen Pulslänge erfolgreich bei zuvor unbehandelten KM eingesetzt [1,2]. Mittels des größeren Spotdurchmessers kann die Energie tiefer in das Gewebe eindringen und gleichmäßiger verteilt werden. In einer der Studien erreichten 38,6% der Patienten damit eine Verbesserung der KM von mehr als 75% [2].

Eine neue Studie untersuchte nun die Effizienz dieser Lasertechnik mit größerem Spotdurchmesser bei zuvor behandelten Patienten [3]. Dazu schlossen die Autoren 43 Probanden zwischen 6 und 59 Jahren, die Feuermale im Gesicht hatten, ein. Vor und nach der Behandlung wurden 3D-Fotoaufnahmen erstellt. Mittels digitaler 3D-Analyse berechneten die Autoren die Verbesserung der Male hinsichtlich Farbe und Fläche (global clearance effect, GCE).

Vorangegangene Therapie ist entscheidend

Die mediane maximale GCE (GCEmax) betrug 59,09%. Bei 88,4% der Teilnehmer verbesserten sich die Feuermale um 25% (GCE25). 65% der Probanden erreichten eine GCE50 (Verbesserung um 50%), 25,6% eine GCE75 (Verbesserung um 75%) und 4,6% der Teilnehmer sogar eine GCE90 (Verbesserung um 90%).

Bei Probanden, die zuvor mit PDL behandelt worden waren, war die 532 nm-Lasertherapie weniger effizient (GCEmax 37,3% bei Patienten mit vorangegangener PDL-Therapie vs. 60,3% ohne vorangegangene PDL-Therapie). Zwei Drittel der zuvor mit einem PDL gelaserten Teilnehmer erreichten eine GCE25, ein Drittel eine GCE50. Kein Patient erreichte eine GCE75.

Diese Ergebnisse waren demnach deutlich schlechter als bei Patienten, bei denen vor der Studie andere Therapieoptionen zum Einsatz kamen. So zeigten Probanden mit vorangegangener Argonlaserbehandlung bessere Ergebnisse als Probanden ohne eine solche Therapie (GCEmax: 72,5% vs. 55,6%). Ähnliche Ergebnisse gab es bei einer vorangegangenen Radiotherapie, Kryotherapie und Elektrokoagulation: Auch hier zeigten die Teilnehmer mit einer solchen Behandlung bessere GCE-Raten als Probanden ohne (GCEmax: 75,6% vs. 57,3%).

Fazit der Studienautoren

Patienten mit zuvor behandelten KM können von einer Therapie mit 532 nm-Lasern, die über einen größeren Spotdurchmesser verfügen, profitieren.

Laut Autoren ist es nicht überraschend, dass Patienten mit einer vorangegangenen PDL-Therapie weniger gut auf die 532 nm-Laserbehandlung ansprechen. Die meisten dieser Teilnehmer hatten bereits bis zu 20 Sessions hinter sich und damit ein Plateau erreicht. Eine weitere Verbesserung war damit nicht zu erwarten und wurde auch während der Studie nicht beobachtet. Teilnehmer mit anderen vorangegangen Behandlungsmodalitäten (z.B. Radiotherapie, Kryotherapie und Elektrokoagulation) erzielten eine bessere Clearance-Rate. Allerdings werden diese Therapieoptionen für KMs nicht mehr empfohlen. Dennoch gibt es auch heute noch Patienten, die nach solchen Therapien nach effektiveren Behandlungsmethoden suchen.

Bisherige Untersuchungen bewerteten den Erfolg der Therapie meist nur subjektiv. Die Autoren machen es mit der Ermittlung der GCE (ähnlich wie auch beim Psoriasis Area And Severity Index, kurz PASI) möglich, den Behandlungserfolg nun objektiv zu beurteilen und mit anderen Studien zu vergleichen. Laut der Autoren könnte die Analyse der kombinierten 3D-Daten, bestehend aus Fläche und Farbe der Male, zukünftig eine Standardmethode für den objektiven Vergleich neuer Behandlungsmethoden darstellen.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Ist die Behandlung mit einem 532 nm-Laser effizient bei der Therapie von Feuermalen?

Antwort: Ja. Mit 532 nm und größerem Sportdurchmesser können gute Clearance-Raten erreicht werden.

Bedeutung: Die Therapie mit 532 nm-Lasern ist sogar bei Patienten wirksam, die zuvor mit anderen Optionen behandelt wurden.

Einschränkung: Kleine

Literatur

Weiterführende Themen