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19.12.2017 | Kryolipolyse | Nachrichten

Niedrigere Temperatur, kürzere Behandlungszeit

Kältere Kryolipolyse lässt Doppelkinn schmelzen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Kryolipolyse ist bei der Entfernung von submentalem Fett sowohl sicher, als auch effektiv. Lassen sich dabei mit niedrigeren Temperaturen und einer gleichzeitig kürzeren Behandlungszeit ebenfalls gute Ergebnisse erzielen? Ja, sagt eine neue Studie.

Überschüssiges, submentales Fett ist für die meisten Menschen nicht nur unattraktiv – oft wird es auch mit einem höheren Alter oder mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Die Ursachen sind vielfältig: Eine genetische Veranlagung sowie der Lebensstil, die Ernährung und das Alter können zu einem Doppelkinn führen. Um das überschüssige Fett los zu werden, kommen beispielsweise invasive Verfahren wie das Lifting der unteren Gesichtshälfte oder des Halses sowie die Liposuktion infrage [1,2]. Diese Therapien sind jedoch nicht für alle Patienten geeignet und teilweise auch mit hohen Kosten und Risiken verbunden [3,4].

Die Kryolipolyse hingegen ist nichtinvasiv und zerstört Fettzellen durch Kälte, ohne das umliegende Gewebe anzugreifen [5,6]. Dabei gibt es verschiedene Einstellungsmöglichkeiten: Eine Studie demonstrierte beispielsweise die effektive und sichere subkutane Fettreduktion bei einer Temperatur von -10° Celsius für 50 Minuten oder länger mittels Vakuum [7].

Erst kalt, dann noch kälter

In einer neuen prospektiven, randomisierten, offenen Interventionsstudie testeten die Autoren um Hector Leal Silva die Anwendung zweier verschiedener Temperaturen und Zeiten, um submentales Fett zu reduzieren [8]. Das Ziel war es zu überprüfen, ob auch eine kältere Temperatur als die normalerweise in der Kryolipolyse verwendete (-10°Celsius) sicher ist und ob kürzere Zeitintervalle ausreichen, um effektive Ergebnisse zu erzielen.

Dazu verwendeten sie ein nicht-invasives Kühlgerät (CoolSculpting System, ZELTIQ Aesthetics, Pleasanton, CA, USA) und einen Applikator mit kleinem Volumen. Insgesamt wurden 15 Patienten (Alter zwischen 27 und 64 Jahre, Body Mass Index zwischen 22,8 und 41,2) mit überschüssigem Fett in der submentalen Region (Calipermessung 1 cm oder mehr) in zwei Sessions mit einem zehnwöchigen Abstand behandelt. In der ersten Session setzten die Ärzte die submentale Region für 45 Minuten bei -12° Celsius aus, in der zweiten Einheit zehn Wochen später für 30 Minuten bei -15° Celsius. Die Ergebnisse wurden mittels Fotoaufnahmen, Caliper Messung und Magnetresonanzbildgebung (MRI) evaluiert.

Kürzere Behandlungszeit bevorzugt

Die mittlere Reduktion des submentalen Fetts, gemessen mit dem Caliper, betrug 33% (3,2 mm, 95% CI 0.2297-0.4236; P=.05). Dabei waren die beiden Behandlungssessions mit unterschiedlicher Länge und Temperatur vergleichbar effizient. Die Dicke des submentalen adipösen Gewebes hatte sich signifikant (p < 0,05) um durchschnittlich 1,78 mm reduziert (MRI Messung). Auch die Ästhetik hatte sich verbessert. 12 Probanden (80%) gaben an, mit dem Ergebnis zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein. Ein Patient war mit dem Resultat nicht zufrieden. Zwölf Patienten bevorzugten aufgrund der kürzeren Behandlungszeit die Einstellungen der zweiten Session (-15° Celsius für 30 Minuten).

Zwei Probanden berichteten über Schmerzen. Nach der ersten Session waren die häufigsten Nebenwirkungen Erytheme, Ödeme und Taubheitsgefühle, die jedoch zwölf Wochen nach der letzten Behandlung verschwunden waren. Ein Teilnehmer entwickelte Petechien. Dieser musste zuvor die Therapie frühzeitig abbrechen, da das Gerät eine niedrigere Temperatur (out of range) anzeigte.

Zusammenfassend wurde die Anwendung kälterer Temperaturen und kürzerer Behandlungssessions von den Teilnehmern gut vertragen. Gleichzeitig ließen sich gute klinische Ergebnisse erzielen.

Anmerkung: Die hier referierte Studie wurde von ZELTIQ Aesthetics, Hersteller des CoolSculpting Systems, gesponsort. Darauf wird im Paper hingewiesen.

Literatur

Weiterführende Themen