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25.10.2017 | Kryolipolyse | Nachrichten

Tschüss, Doppelkinn!

Fettzellen schmelzen durch Kälte dahin

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Kryolipolyse zerstört Fettzellen durch Kälte. Besonders in der Kinnregion ist die Methode beliebt, um ein Doppelkinn zu entfernen. Dabei wird häufig nur die zentrale Region des Kinns an einem Therapietag behandelt. Eine Studie fand jedoch jetzt heraus, dass die Reduktion der Fettzellen effektiver ist, wenn die Behandlung in mehreren Sessions erfolgt und die seitlichen Regionen des Kinns mit einbezogen werden.

Wer sein Doppelkinn loswerden möchte, muss sich nicht unbedingt unters Messer legen. Mittels nichtinvasiver Kryolipolyse werden selektiv Fettzellen ganz einfach durch Kälte zerstört. Eine Studie zeigt, dass die Prozedur in der zentralen Kinnregion sicher und gut verträglich ist und Patienten nach der Behandlung sehr zufrieden mit dem Ergebnis sind [1].

Viele Patienten könnten jedoch von einer Prozedur profitieren, die seitlich über die gesamte submentale Region ausgedehnt wird. Auch die mehrfache Anwendung bzw. überlappende Platzierung von Kryolipolyse-Applikatoren und wiederholte Sessions könnten das Fett stärker reduzieren, als eine einmalige Anwendung an einem Behandlungstag.

Eine neue prospektive, nichtrandomisierte Kohortenstudie wollte nun genau diese Strategien zusammen testen: Die Autoren verwendeten zum einen die Kryolipolyse bilateral mit einer sich überlappenden Region in der Mitte des Kinns. Zum anderen gab es zwei Behandlungs-Sessions an unterschiedlichen Tagen. Laut den Autoren um Eric F. Bernstein ist dies die erste klinische Studie mit einer solchen Strategie, die die Effizienz und Sicherheit der Prozedur für die gesamte submentale Region untersuchte [2].

Bilaterale Kryolipolyse an zwei Behandlungstagen

14 Patienten (zwölf Frauen und zwei Männer, durchschnittliches Alter: 50 Jahre), die überflüssiges Fett in der seitlichen und zentralen Kinnregion verlieren wollten, nahmen an der Studie teil. Insgesamt unterzogen sich die Teilnehmer zwei Kryolipolysen, die in 45-minütigen Zyklen in zwei Sessions stattfanden. In der ersten Session erhielten die Teilnehmer bis zu zwei bilaterale Anwendungen, bei der sich die Regionen um etwa 20 Prozent überschnitten. Nach sechs Wochen erhielten zwölf Teilnehmer weitere zwei bilaterale Zyklen. Bei zwei Patienten wurde in der zweiten Session nur ein Zyklus in der zentralen Region angewendet.

Die Teilnehmer der Studie machten Aussagen zur Verträglichkeit und Zufriedenheit zwölf Wochen nach der zweiten Behandlung. Die Ärzte dokumentierten eventuell auftretende unerwünschte Ereignisse. Caliper-Messungen fanden vor der ersten Behandlung, nach sechs und nach zwölf Wochen statt. 2D- und 3D-Bilder wurden zu Beginn und nach zwölf Wochen erstellt.

Effektiver Fettabbau bei nur leichten Nebenwirkungen

Die auftretenden Nebenwirkungen waren eher mild und umfassten Taubheitsgefühle und Kribbeln, die  aber ohne Therapie bei der Kontrolluntersuchung nach zwölf Wochen verschwunden waren. Ein Patient klagte über Schmerzen im linken Ohr, die mit 400 mg Ibuprofen alle vier bis sechs Stunden behandelt wurden und fünf Tage nach der Behandlung verschwanden. Bei einem Patienten kribbelte die Zunge, das Gefühl verschwand aber ohne weitere Therapie sieben Tage nach der Prozedur.

Der Erfolg der Kryolipolyse war deutlich sichtbar: Anhand von digitalen Fotos konnten drei unabhängige Ärzte in 81 % der Bilder (34 von 42) klar erkennen, welches Foto vor der Kryolipolyse und welches Foto nach der Behandlung entstanden war (95% CI, 65,9%-91,4%; p = 0,02).

Die Caliper-Messung zeigte, dass sich die Fettschicht um 2,3 mm reduziert hatte (95% CI, 1,9-2,7 mm; p < 0,01; Range: 0,7-3,5 mm). Die 3D-Bildgebung, von der ein Teilnehmer in der Auswertung ausgeschlossen wurde, offenbarte eine Fettreduktion von durchschnittlich 4,82 cm3 (Standardabweichung: 11,42; 95% CI, -1,39 bis 11,02 cm3, nicht signifikant). Auch die zentrale submentale Fettdicke hatte sich nach der Behandlung im Mittel um 3,77 mm reduziert (95% CI 1,82-5,72 mm; p < 0,001). Zusätzlich berichteten die Autoren über eine Straffung der Haut: Die Hautoberfläche reduzierte sich im Schnitt um 1,29 cm2 (95% CI, 0,51-2,06 cm2; p < 0,001). 13 Patienten gaben an, mit dem Ergebnis zufrieden zu sein und dass sie die Kryolipolyse weiter empfehlen würden.

Die Autoren schlussfolgern, dass die bilaterale submentale Kryolipolyse gut verträglich ist und sichtbar gute Ergebnisse liefert. Diese seien sogar besser als in einer vorherigen Studie, bei der die Kryolipolyse nur in der zentralen Region des Kinns stattfand [1]. Des Weiteren gaben die Autoren an, dass dies die erste Studie sei, die eine quantifizierte Hautstraffung als Resultat einer Kryolipolyse zeigte.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise