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24.08.2018 | Körperkonturierung | Nachrichten

BODY-Q zur Bestimmung des Outcomes

Überschüssige Haut nach Adipositas-Op. beeinträchtigt Lebensqualität massiv

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Der BODY-Q ist ein neues Instrument, um das klinische Ergebnis und die Lebensqualität der Patienten nach bariatrischen Eingriffen zu bestimmen. In einer neuen Studie wurden der BODY-Q bei 214 Teilnehmern, die sich einer Adipositas-Op. unterzogen hatten, angewandt. Das Ergebnis: Überschüssige Haut, die oft danach zurückbleibt, hat massive Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Ein Body Contouring kommt häufig nach bariatrischen Operationen zum Einsatz, um überschüssige Haut zu entfernen und den Körper zu straffen. Wichtig bei solchen Eingriffen ist die Bestimmung des Outcomes, insbesondere die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Um den Erfolg der Op. zu bestimmen, wurden bisher verschiedene Fragebögen genutzt – allerdings waren die meisten davon allgemeine Skalen, und keine davon war spezifisch für die Evaluation nach einem bariatrischen Eingriff ausgelegt. Evidenzbasierte Daten zur Einschränkung der Lebensqualität durch überschüssige Haut und zum Benefit eines Body Contourings fehlen bisher.

Um das Outcome nach Adipositas-Ops besser zu erfassen und die gesamte Gewichtsabnahmen-Historie von Patienten zu dokumentieren, entwickelte das Team um Anne Klassen den „BODY-Q“ [1]. Er beinhaltet verschiedene unabhängige Skalen, die unter anderem die Körperwahrnehmung und die Lebensqualität messen. Eine zusätzliche Checkliste erfragt die Symptome, die in Verbindung mit dem Übergewicht entstanden sind.

Ermittlung von Lebensqualität und Erscheinungsbild

354 Patienten, die entweder eine bariatrische Op. anstrebten oder sich bereits einem solchen Eingriff unterzogen hatten, nahmen an der ersten Teststudie teil und beantworteten die Fragen des BODY-Q [2]. In der Follow-up-Studie 2,5 Jahre später füllten 214 den BODY-Q erneut vollständig aus. Vier Probanden hatten sich zu diesem Zeitpunkt immer noch keiner bariatrischen Op. unterzogen und wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Tabelle 1 zeigt eine Übersicht der Komponenten, die im BODY-Q in der Studie verwendet wurden.

Tab.1: BODY-Q Skalen, die in der Studie verwendet wurden

Skala

Elemente

Beispielfrage

Antwortoptionen

Körper

10

Wie sieht Ihr Körper in einem Badeanzug aus?

Unzufrieden/zufrieden

Abdomen

7

Wie passt Ihre Kleidung am Bauch?

Unzufrieden/zufrieden

Arme

7

Wie durchtrainiert sind Ihre Arme?

Unzufrieden/zufrieden

Rücken

4

Wie sieht Ihr Rücken aus, wenn Sie nackt sind?

Unzufrieden/zufrieden

Gesäß

5

Wie groß sind Ihre Gesäßhälften?

Unzufrieden/zufrieden

Hüfte und äußere Schenkel

5

Wie sind Ihre Hüften und Ihre äußeren Oberschenkel geformt?

Unzufrieden/zufrieden

Innere Schenkel

4

Wie sieht die Haut an den inneren Schenkeln aus?

Unzufrieden/zufrieden

Überschüssige Haut

7

Stört es Sie, dass andere Menschen Ihre überschüssige Haut sehen?

Nicht im Geringsten/es stört mich extrem

Körperbild

7

Mein Körper ist nicht perfekt, aber ich mag ihn

Ich stimme zu / ich stimme nicht zu

Physis

7

Vornüberbeugen (z.B. um die Schuhe zu binden)

Schaffe ich immer / nie

Psyche

10

Ich fühle mich selbstbewusst

Ich stimme zu / ich stimme nicht zu

Sexualleben

5

Ich fühle mich wohl, wenn ich mich vor meinem Partner ausziehe

Ich stimme zu / ich stimme nicht zu

Sozialleben

10

Ich nehme am Leben teil, anstatt untätig zu sein

Ich stimme zu / ich stimme nicht zu

Physische Symptome

10

Hautausschlag oder Infektion?

immer / nie

Der mittlere Body-Mass-Index (BMI) betrug 50,7 vor der bariatrischen Op. und 33,5 beim Follow-up. Insgesamt 17 Teilnehmer hatten ihr Gewichtsziel erreicht oder es sogar übertroffen. Zum Zeitpunkt der Follow-up-Befragung lag der mittlere prozentuale Gewichtsverlust bei 33,9%. Patienten, die prozentual mehr Kilos abgespeckt hatten, waren mit ihrem jetzigen Gewicht zufriedener. Im Mittel gab es 6,4 Symptome, die auf das Übergewicht bezogen werden konnten. Bei Probanden, die durch solche Symptome eingeschränkt waren oder sich daran störten, war der mittlere prozentuale Gewichtsverlust geringer.

Höhere prozentuale Gesamtgewichtsabnahmen korrelierten mit besseren BODY-Q-Werten auf sieben Skalen (3 Skalen zum Thema „Erscheinung“ und 4 Skalen zum Thema „gesundheitsbezogene Lebensqualität“). Nur 13 Patienten hatten keine überschüssige Haut. Der mittlere Score für die Gesamtmenge an überschüssiger Haut betrug 10,9. Ein höherer Wert korrelierte u.a. mit einer höheren prozentualen Gewichtsabnahme, mehr übergewichtsbezogenen Symptomen und niedrigeren BODY-Q Werten auf zwölf Skalen.

168 Patienten benötigten ein Body Contouring. Probanden, die mehrere solcher Straffungsmaßnahmen benötigten, hatten einen höheren prozentualen Gewichtsverlust, einen höheren Wert für überschüssige Haut und niedrigere Werte auf zwölf BODY-Q-Skalen.

Fazit

Nach einer bariatrischen Op. hatten die Patienten bessere Werte auf sieben BODY-Q Skalen. Mehr überschüssige Haut korrelierte allerdings mit schlechteren Werten auf zwölf Skalen. Laut Autoren demonstrieren diese Daten den negativen Einfluss, den überschüssige Haut auf die Lebensqualität von Patienten haben kann – ein Punkt, der vom Gesundheitssystem oft übersehen wird.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Wie ist das Outcome von Patienten nach bariatrischen Operationen, gemessen mit einer neuen Skala, dem BODY-Q?

Antwort:  Nach einer bariatrischen Op. hatten die Patienten bessere Werte auf sieben BODY-Q Skalen. Mehr überschüssige Haut korrelierte allerdings mit schlechteren Werten auf zwölf Skalen.

Bedeutung: Die Lebensqualität der Patienten wird durch die überschüssige Haut massiv beeinträchtigt. Dieser Punkt wird laut Autoren vom Gesundheitssystem bzw. von Krankenkassen oft nicht beachtet.

Einschränkung: Die Verallgemeinerung der Studienergebnisse ist eingeschränkt, da alle Patienten aus einem Zentrum in Kanada kamen. Zum Zeitpunkt der Studie beinhaltete der BODY-Q zudem noch keine Skala, um die Zufriedenheit mit dem Aussehen der Brust zu messen.

Hinweis:
Stefan Cano, Anne Klassen und Andrea Pusic haben den BODY-Q entwickelt.

Literatur