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30.08.2016 | Implantatchirurgie | Übersichtsartikel | Onlineartikel

Implantatchirurgie an der weiblichen Brust bei Mammakarzinom

aus: Journal für Ästhetische Chirurgie 3/2016

Zeitschrift:
Journal für Ästhetische Chirurgie

Autor: Dr. K. Brunnert

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Abstrakt

Aufgrund eines Paradigmenwechsels zu mehr konservativer Chirurgie und gleichzeitigem Schwerpunkt bei zielgerichteten systemischen Maßnahmen werden zunehmend hautsparende und nippelsparende Mastektomie (HSM/SSM, NSM) vorgenommen. Der Erhalt des Hautmantels erfordert einen sofortigen Volumenersatz.
Durch den Erhalt eines großen Hautmantels ist die Gewebedehnung mit Expanderprothesen nicht mehr notwendig. Zum Einsatz kommen im Idealfall formstabile, texturierte oder beschichtete, mit einem festeren Oberflächengel ausgestattete anatomisch geformte Silikongelimplantate. Nur im Falle ausgedehnterer Hautresektionen kann auf sog. Permanentexpander zurückgegriffen werden. Die SSM/NSM erfordern sorgfältige präoperative Planung mit Implantatauswahl und eine sichere Operations- und Zugangstechnik. Der Erhalt des Mamillen-Areola-Komplexes ist bei unauffälliger retromamillärer Histologie empfohlen.
Einseitige Implantatrekonstruktionen können zu einer Asymmetrie führen. Die Durchführung von Nachresektionen und einer postoperativen Strahlentherapie ist mit geringeren unangenehmen Konsequenzen verbunden. Aufgrund der Eigenheiten der muskulären Anatomie der Thoraxwand ist eine Ergänzung des großen Brustmuskels bei der Bildung der Implantatloge durch synthetische Netze oder azelluläre Dermis eine komplikationsarme Maßnahme. Mit Polyurethanschaum beschichtete, formstabile Implantate weisen eine gute postoperative Ästhetik bei niedriger Komplikationsrate auf ohne nennenswerte Kapselfibroserate. Permanentexpander wurden hingegen innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren in 24,3 % wegen Komplikationen oder mangelnder Ästhetik ausgewechselt.
HSM und NSM haben die modifiziert radikale Mastektomie abgelöst. Einzeitige Implantatrekonstruktionen mit Permanentimplantaten ersetzen die sequenzielle Expander-Implantatrekonstruktion mit reduzierter Komplikationsrate.

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