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30.05.2018 | Hyaluronsäure | Nachrichten

Vermehrte Nekrosenbildung

Filler: Vorsicht bei vorangegangener Nasenkorrektur

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Anwendung von Fillern wird immer populärer – leider sind die Injektionen nicht ohne Nebenwirkungen. Ärzte sollten, neben allen anderen Vorsichtsmaßnahmen, besonders auch auf vorangegangene Schönheitsoperationen achten. Denn eine zuvor durchgeführte Rhinoplastik könnte das Risiko von Nekrosen nach Fillerinjektion erhöhen.

Obwohl Filler in den vergangenen Jahren immer effektiver werden und sich das Sicherheitsprofil stark verbessert hat, ist die Anwendung nicht ohne Nebenwirkungen. Beispielsweise können unerwünschte Effekte an der Injektionsstelle auftreten, zudem kann es zu allergischen Reaktionen und Nekrosen kommen. Die meisten dieser Komplikationen verschwinden nach einiger Zeit von alleine, manche sind jedoch irreversibel.

Eine Nekrose entsteht, wenn der Filler direkt in ein Gefäß gespritzt wurde. Sie tritt zwar nur selten auf, ist aber dennoch nicht außer Acht zu lassen. Ursachen für die Entwicklung könnten eine vaskuläre Kompression, eine Schädigung am Gefäß sowie intraarterielle Fillerembolien sein. Besonders, wenn sich Patienten in den Jahren zuvor einer Nasenkorrektur unterzogen haben, scheint das Risiko einer Nekrose erhöht, wie eine neue Studie zeigt [1].

Vaskuläre Komplikationen bei sieben Patientinnen

Die Autoren der retrospektiven Studie sammelten Daten über Patienten, die nach der Anwendung von Hyaluronsäurefillern im Gesicht aufgrund von vaskulären Nebenwirkungen behandelt worden waren.

Insgesamt sieben Patienten hatten vaskuläre Komplikationen nach der Injektion entwickelt. Alle Probanden waren asiatischer Herkunft, weiblich und im Durchschnitt 33 Jahre alt. Die Filler wurden hauptsächlich zum Aufspritzen der Lippen oder der Nasolabialfalten genutzt.

Anzeichen einer vaskulären Komplikation traten zwischen 20 Minuten und drei Tagen nach der Injektion auf. Die Patientinnen klagten über starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellungen, eine zyanotische Verfärbung der Haut, die Bildung von Pusteln und über Nekrosen. Die Gabe von 100 bis 300 Units Hyaluronidase konnte die Effekte bei fast allen Probanden wieder rückgängig machen.

Auffällig war, dass sich alle Patientinnen mehr als drei Jahre zuvor einer Rhinoplastik unterzogen hatten. Die Autoren vermuten, dass sich durch diesen Eingriff das native Gefäßsystem der Nase verändert hatte und dadurch die Zirkulation beeinträchtigt war. Daher sei es laut den Autoren wichtig, sich die medizinische Vorgeschichte der Patienten genau anzuschauen. In Fällen einer vorangegangenen Rhinoplastik sollte bei der Filler-Anwendung auf eine ausreichende Durchblutung des Gewebes geachtet werden. Außerdem könne eine stufenweise Applikation hilfreich sein, um kleinere Volumina in die jeweilige Stelle zu injizieren.

Eine Limitation der Studie ist den Autoren zufolge die geringe Patientenanzahl. Außerdem fehlte der Vergleich zu Probanden mit vaskulären Komplikationen, die sich nicht die Nase hatten korrigieren lassen.

Literatur

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Bildnachweise