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27.09.2018 | Hyaluronsäure | Nachrichten

High Heels wieder länger tragen

Metatarsalgie: Weniger Schmerzen dank Hyaluronsäurefillern

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Beim Tragen von hohen Schuhen kommt es oft zu Schmerzen im Vorder- und Mittelfuß. Eine solche Metatarsalgie kann erfolgreich mit Fillern behandelt werden, wie eine neue Studie zeigt.

Hohe Schuhe tun den Füßen bekanntermaßen gar nicht gut. Eine Metatarsalgie, die durch Schmerzen im Vor- und Mittelfuß gekennzeichnet ist, entsteht oft durch eine Überbelastung, zum Beispiel durch häufiges Tragen von High Heels. Weiches Schuhwerk und Einlagen können die Beschwerden lindern. Die Behandlung mittels Silikonfillern, die ins plantare Fettpolster injiziert werden und die den Fußballen beim Auftreten dämpfen, hat sich bisher nicht etabliert – unter anderem aufgrund von Sicherheitsbedenken. Hyaluronsäurefiller zur Therapie wurden bisher in klinischen Studien nicht untersucht. Wie die Autoren um Jean Paul Foumenteze berichten, kann der Einsatz der Filler jedoch die Beschwerden einer Metatarsalgie erfolgreich lindern [1].

Beschwerden deutlich reduziert

In der offenen Singlecenter-Studie wurden 15 Frauen mit einem Hyaluronsäurefiller behandelt. Die injizierte Formulierung enthielt 20mg/ml Hyalouronsäure und 3 mg/ml Lidocain und wurde in einer einzelnen Session unter die Metatarsalköpfe gespritzt. Eine Patientin beendete die Studie vorzeitig. Die Autoren bestimmten unter anderem die Schmerzen, die beim Tragen von High Heels auftraten, außerdem führten sie baropodometrische Messungen durch, um das benötigte Injektionsvolumen des Fillers zu bestimmen.

Vor der Behandlung litten alle Patientinnen unter Schmerzen, wenn sie High Heels trugen. Drei und sechs Monate nach der Injektion der Hyaluronsäurelösung waren die Beschwerden beim Tragen der Schuhe bei fünf Probandinnden (33,3%) komplett verschwunden. Bei denjenigen Frauen, die nach der Behandlung noch immer Schmerzen in hohen Schuhen hatten, verlängerte sich die Zeit bis zum Auftreten der Beschwerden (vorher: 1 Stunde bis zum Auftreten der Schmerzen; nach sechs Monaten: 3,5 Stunden; p = 0,004). Sie konnten außerdem die Schuhe insgesamt etwa 3,8 Stunden länger tragen als vor der Behandlung (vorher: 3,4 Stunden, nach sechs Monaten: 7,2 Stunden). Auch die Zeit, die zwischen dem Auftreten der Schmerzen und dem Ausziehen der Schuhe lag, verlängerte sich nach sechs Monaten (2,4  vs. 3,2 Stunden). Dabei verringerte sich auch die generelle Schmerzempfindung.

Vor der Injektion bildeten sich Schwielen (mind. eine) bei 66,7% der Frauen, sechs Monate nach der Behandlung waren nur noch 50% der Probandinnen von Schwielen betroffen.

Sieben Patientinnen hatten während der Injektion keinerlei Schmerzen, bei den anderen kam es zu einer leichten Schmerzempfindlichkeit (mittlerer Score: unter 1 auf einer Skala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (starke Schmerzen)). Es traten keine Nebenwirkungen auf.

Fazit

Eine Injektion mit Hyaluronsäurefillern in die Metatarsalköpfe brachte eine Linderung der Beschwerden bei Patientinnen mit Metatarsalgie. Die Probandinnen konnten ihre High Heels länger tragen, außerdem war die Zeit bis zur Entstehung von Schmerzen verlängert. Limitationen der Studie waren unter anderem die geringe Teilnehmeranzahl und das Fehlen einer Kontrollgruppe.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Kann die Injektion mit Hyaluronsäurefillern die Beschwerden bei einer Metatarsalgie lindern?

Antwort: Nach der Injektion mit dem Filler hatten die Frauen beim Tragen von High Heels weniger oder gar keine Schmerzen mehr. Sie konnten die Schuhe außerdem insgesamt länger tragen.  

Bedeutung: Die Fillerinjektion war in der Studie gut verträglich und brachte eine langanhaltende Wirkung.

Einschränkungen:  Geringe Teilnehmerzahl, keine Kontrollgruppe, nur ein Filler wurde in der Studie genutzt. Außerdem gaben die Autoren an, dass die baropodometrischen  Messungen, die während der Studie vorgenommen wurden, nur schwer zu interpretieren waren.

Literatur
Bildnachweise