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01.12.2015 | Haut und Psyche | Übersichtsartikel | Onlineartikel

Trauma und psychische Belastung bei dermatologischen Patienten

aus: Der Hautarzt 12/2015

Zeitschrift:
Der Hautarzt

Autoren: Dipl.-Psych. M. Lindner, S. Schröter, H.-C. Friederich, S. Tagay

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Abstrakt

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) weist in der Primär- wie auch in der Tertiärversorgung eine hohe Prävalenz auf, jedoch wird sie nur selten diagnostiziert. In der vorliegenden Studie wurden die Prävalenz von Traumata und die Ausprägung posttraumatischer Symptomatik sowie spezifische Charakteristika traumatisierter Patienten im Kontext dermatologischer Behandlung untersucht.
Es wurden 221 ambulante und stationäre Patienten mit verschiedenen dermatologischen Erkrankungen sowohl mit Instrumenten zur Erfassung der allgemeinen psychischen Symptombelastung (Brief Symptom Inventory, BSI), zur Erhebung der spezifischen Bewältigung von Hautkrankheiten (Marburger Hautfragebogen, MHF) als auch zur Traumadiagnostik (Essener Trauma-Inventar, ETI) befragt.
Insgesamt gaben 85,1 % der Patienten mindestens ein potenziell traumatisches Ereignis an, wobei testpsychometrisch in 8,6 % der Fälle die diagnostischen Kriterien für eine PTSD erfüllt waren. Im Vergleich zu nicht traumatisierten Patienten und traumatisierten Patienten ohne PTSD leiden Patienten mit Verdacht auf eine PTSD unter mehr psychischer Symptombelastung, haben signifikant mehr Probleme bei der Bewältigung ihrer Hautkrankheit und schreiben der Psyche mehr Einfluss auf ihre Hautkrankheit zu. Zudem führt eine kumulative Traumatisierung zu einer erhöhten Traumasymptomatik und größeren Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Hautkrankheit.
Die Ergebnisse unterstreichen den Einfluss einer komorbiden PTSD auf die Krankheitsbewältigung von Patienten mit Hautkrankheiten und betonen die Notwendigkeit einer differenzialdiagnostischen Einbeziehung der PTSD in dermatologische Behandlungskontexte.

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