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01.06.2018 | Haut und Ernährung | Nachrichten

Mikrozirkulation verbessert sich

Nordische Ernährung – das Nonplusultra für die Durchblutung?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Reichlich Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte – dass die nordische Diät gut für die Gesundheit ist, liegt auf der Hand. Welchen Einfluss sie allerdings auf die Mikrozirkulation und die Oxygenierung von Gewebe hat, untersuchten jetzt die Autoren einer neuen Studie.

Früher kam die vermeintlich gesündeste Ernährung aus dem Mittelmeerraum. Mittlerweile ist die nordische Diät im Trend: Gemüse, Fisch, Vollkornprodukte und Milchprodukte mit wenig Fett kommen hier vorwiegend auf den Teller. Diese Art von Ernährung kann dabei helfen, Entzündungen zu reduzieren, den Insulinmetabolismus verbessern und zur Gewichtsreduktion beitragen [1-3]. Auch auf Herz und Gefäße kann sich die „nordic diet“ positiv auswirken. Die Effekte auf die mikrovaskuläre Gesundheit sind bis heute jedoch unbekannt.

Ältere und jüngere Probanden getestet

In einer neuen Studie wurden deshalb die Auswirkungen, die eine nordische Diät auf die Mikrogefäße hat, untersucht [4]. Dazu analysierten die Autoren die Oxygenierung des Gewebes und die Endothelfunktion sowohl bei älteren (55 bis 75 Jahre) als auch bei jüngeren Probanden (18 bis 35 Jahre) bei körperlicher Aktivität und im Ruhezustand.

Insgesamt nahmen 16 Personen (13 im Alter zwischen 18 und 35 Jahren und 15 Probanden zwischen 55 und 75 Jahren) an der Studie teil und aßen vier Wochen lang nach den Prinzipien der (auf den britischen Geschmack angepassten) nordischen Diät. Die Teilnehmer hielten ihre Essgewohnheiten in einem Tagebuch fest.

In den beiden Gruppen gab es keine Unterschiede im Body Mass Index und auch zwischen den Gruppen gab es keine unterschiedlichen Körperfettwerte vor und nach der Intervention.

Lediglich der systolische Blutdruck war bei den jüngeren Teilnehmern zu Beginn geringer als bei den älteren Probanden (129 vs. 150, p = 0,01).

Verbesserte Vasodilatation

Die transkutane Oxygenierung (TcPO2) wurde gemessen, um die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff zu bestimmen. Die spezielle Ernährung hatte hier keinen signifikanten Effekt. Die Autoren beobachteten jedoch einen Trend zu einem höheren Wert nach der Diät (p = 0,26).

Mittels Laser Doppler Durchflusszytometrie bestimmten die Autoren die mikrovaskuläre Reaktion auf eine lokale Erhitzung der Haut (CVC = cutaneous vascular conductance). Die Axon-vermittelte Vasodilatation erhöhte sich bei den älteren Probanden (von 1,17 auf 1,3; p < 0,05). Auch wurden Verbesserungen in der endothelabhängigen Vasodilatation sowohl bei den jüngeren (von 1,67 auf 2,03; p < 0,05) als auch bei den älteren Teilnehmern (von 1,49 auf 1,63; p < 0,05) festgestellt.

Bei den jüngeren Probanden reduzierte sich zudem der Körperfettanteil nach der speziellen Ernährung (von 27,2 auf 25,2; p = 0,028). Ältere Teilnehmer zeigten nach der „nordic diet“ eine verringerte maximale Herzfrequenz während körperlicher Aktivität (von 36,5 auf 35,3; p < 0,05).

Den Autoren zufolge kann sogar eine relativ kurze nordische Ernährung zu einer verbesserten Endothelfunktion führen. Generell deute eine verringerte Axon-vermittelte Vasodilatation bei älteren Personen auf eine mikrovaskuläre Dysfunktion hin. Diese gehe mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Die „nordic diet“ könne einer solchen altersbedingten Dysfunktion entgegen wirken.

Literatur
Bildnachweise