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17.08.2018 | Haut und Ernährung | Nachrichten

Hautton wird gelblicher und damit attraktiver

Machen Obst und Gemüse wirklich schön?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Wer sich gesund ernährt, wird attraktiver – so viel zur Theorie. Praktisch wurde dieser Zusammenhang allerdings noch nicht untersucht. Grund genug für die Autoren einer neuen Studie, diese Behauptung bei insgesamt 30 Probanden zu testen.

Dass eine Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse gesund ist und dazu beitragen kann, Krankheiten vorzubeugen, sollte eigentlich zu einer gesunden Lebensweise motivieren. Leider ist dies bei den meisten Menschen nicht der Fall – neue „Motivationsschübe“ müssen also her, um eine ausgewogene Ernährung interessanter zu machen.

Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass es helfen kann, den Menschen nicht nur den gesundheitlichen Aspekt, sondern auch den Schönheitsaspekt des Obst- und Gemüse (OG)-Konsums aufzuzeigen [1]. Bisher gibt es allerdings keine Untersuchung, die tatsächlich beweist, dass Obst und Gemüse attraktiver machen [2]. Ob man das Argument „Iss gesund und du wirst schön“ nutzen kann, um die Bevölkerung zu einer gesunden Ernährung zu bewegen, ist daher eher fraglich.

Zwei bis acht Portionen am Tag

In einer neuen Studie setzten die Autoren 30 Teilnehmer (15 Männer und 15 Frauen, 27 kaukasisch, drei asiatisch) für insgesamt vier Wochen auf eine spezielle Diät, bestehend aus entweder zwei, fünf oder acht Portionen OG am Tag. Die Probanden hatten sich vor der Intervention eher weniger gesund ernährt (zwei oder weniger Portionen OG pro Tag). Die Gruppe, die während der Studie zwei Portionen am Tag verzehrte, diente als Kontrolle, da sich hier der tägliche Konsum von OG nicht änderte.

Die Autoren fotografierten die Probanden zu verschiedenen Zeitpunkten, um Veränderungen am Hautbild zu dokumentieren. Die Fotos wurden von 73 unabhängigen Teilnehmern bewertet. Zusätzlich wurden Plasma-/Serumkonzentrationen von Lutein, β-Cryptoxanthin, α-Carotin und β-Carotin bestimmt.

Je mehr desto besser? Eher nicht…

Die Konzentrationen an Lutein, β-Cryptoxanthin, α-Carotin und β-Carotin erhöhten sich in der 5-Portionen-Gruppe um 0,03 bis 0,36 µmol/l und in der 8-Portionen-Gruppe um 0,06 bis 0,88 µmol/l. Die Änderungen in der 2-Portionen-Gruppe waren geringer (-0,01 bis 0,14 µmol/l).

Die Autoren fanden keine direkte Verbindung zwischen dem vermehrten Konsum von OG und der Attraktivität der Gesichter. Dies war sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen der Fall. Allerdings stellten die Autoren fest, dass die Hautfarbe der Teilnehmer in den Gruppen mit erhöhtem OG-Konsum gelblicher wurde. Dies erhöhte wiederum indirekt die Attraktivität der Gesichter – zumindest, wenn alle Teilnehmer zusammen oder ausschließlich die Frauen in die Analyse einbezogen wurden. Je mehr OG jedoch gegessen wurden, desto weniger wurde dieser Effekt deutlich. Die Autoren folgern daher, dass die Vorteile eines sehr hohen OG-Konsums im Vergleich zu einem hohen OG-Konsum limitiert sind.

Die Effekte waren in der Studie allerdings nur minimal. Die Autoren bezweifeln daher, dass sie wirklich von Bedeutung sind und somit die Bevölkerung auch nicht motivieren können, mehr Obst und Gemüse zu essen. Außerdem hängt die Gesichtsfarbe nicht nur von der Ernährung ab. Weitere Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Schlafverhalten und Sonnenexposition können den Teint ebenfalls verändern.


Literatur
Bildnachweise