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09.06.2016 | Haut und Ernährung | Nachrichten

Lieber mehr Fett

Macht nur Magermilch Akne?

Autor:
Dr. Dagmar Kraus

Laut einer aktuellen Untersuchung aus den USA korreliert der tägliche Milchkonsum mit unreiner Haut. Eine Assoziation bestand aber nur dann, wenn entrahmte Milch getrunken wurde. Offen bleibt die Frage, ob die Pickel verschwinden, wenn auf Milch verzichtet wird. 

Der Verdacht, dass Milch eine Rolle bei der Akneentstehung spielen könnte, ist nicht neu. Schon mehrere Studien konnten einen entsprechenden Zusammenhang nachweisen. In dieselbe Richtung gehen nun auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus den USA. Ausschlaggebend war dabei allerdings der Fettgehalt. Eine Assoziation mit Akne fand sich nur für „low-fat milk“ und „skim milk“, also Milch mit 1% und 0% Fettgehalt.

Die US-amerikanischen Dermatologen hatten 120 Teenager, die an einer mäßig ausgeprägten Akne litten, sowie 105 Altersgenossen mit reiner Haut befragt, wie viele Milchprodukte sie pro Tag zu sich nehmen, und die Angaben verglichen. Nicht an der Studie teilnehmen durfte, wer medikationsbedingt seine Ernährungsgewohnheiten umstellen musste, wer zuvor mit Isotretinoin behandelt worden war oder wer orale Kontrazeptiva einnahm. Personen mit Laktoseintoleranz waren ebenso von der Studie ausgeschlossen wie solche, die sich vegan ernährten oder schon einmal wegen einer Essstörung behandelt worden waren.

Die Teenager, die an Akne litten, tranken im Durchschnitt mit 0,61 Portionen pro Tag deutlich mehr Magermilch als ihre Altersgenossen mit reiner Haut, die es nur auf 0,41 Portionen pro Tag brachten (p = 0,01). Berücksichtigten die Studienautoren nicht nur Milch, sondern alle Milchprodukte, war kein Unterschied in der täglichen Menge auszumachen. In beiden Gruppen konsumierten die Teenager im Durchschnitt 2,51 Milchprodukte pro Tag. Auch bei der täglichen Menge gesättigter Fettsäuren und Trans-Fettsäuren lagen beide Gruppen gleich auf, ebenso beim Faktor glykämische Last. Die tägliche Kalorienzufuhr sowie der BMI waren ebenfalls in beiden Gruppen vergleichbar.

Die US-amerikanischen Dermatologen sehen damit die Korrelation zwischen Akne und Magermilchkonsum erneut als bestätigt. Der Konsum von Vollmilch hingegen war − wie in früheren Studien auch, in denen nach Fettgehalt differenziert wurde − nicht mit Akne assoziiert. Aknepatienten nun zu raten, auf Magermilch zu verzichten, halten die Studienautoren zum jetzigen Zeitpunkt jedoch für verfrüht, nicht zuletzt weil mit der Korrelation keine Kausalität bewiesen ist. 

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