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14.01.2018 | Gesichtsrejuvenation | Nachrichten

Augenbrauen an Ort und Stelle

Wie eine Fetttransplantation das Gesicht verjüngt

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Für ein jüngeres Aussehen eignen sich nicht nur Toxine oder ein Lifting. Auch eine Fetttransplantation kann durchaus gute Ergebnisse bei vergleichsweise wenigen Nebenwirkungen erzielen, wie eine neue Studie zeigt. Und das, ohne die Position der Augenbrauen stark zu verändern.

Ein alterndes Gesicht verliert mehr und mehr an Fülle, zeigt Falten und ist schlaff – wie gut, dass es Botulinumtoxin und Brauenliftings gibt! Immer wieder liest man jedoch in diesem Zusammenhang von unschönen Ergebnissen wie „überlifteten“ oder zu stark getrennten Brauen. Botulinumtoxin kann dazu führen, dass durch die veränderte Position der Augenbrauen ein permanenter, überraschter Gesichtsausdruck entsteht [1]. Zudem muss bedacht werden, dass sich die Augenbrauen mit dem Alter anheben – das erklärt wohl, warum deren Lifting Patienten irgendwann unnatürlich erscheinen lässt.

Die Zeichen des Alterns können heutzutage aber auch mit anderen Methoden aufgehalten bzw. optisch rückgängig gemacht werden. Eine davon ist die autologe Fetttransplantation in Stirn und Schläfen, die dem Volumenverlust entgegenwirkt. Die Methode wird in einer retrospektiven Studie im Journal 'Aesthetic Plastic Surgery' beschrieben, die unter anderem den Effekt, den der Eingriff auf die Augenbrauenposition hat, untersucht [2].

Berechnung der Brauenposition

175 Probanden nahmen an der Studie teil. Cheng-Hung Chiu und Kollegen entnahmen zunächst Eigenfett der Patienten von verschiedenen Stellen (Abdomen, Schenkel, Knie) unter einer Lokalanästhesie. Je nach Volumenverlust der oberen Gesichtshälfte wurden, nach entsprechender Aufbereitung, zwischen 12 und 68 ml mit einer 18-Gauge-Nadel mittels „Coleman Methode“ [3,4] in die seitlichen Enden der Augenbrauen injiziert.

Alle Patienten wurden fotografiert, Stirn und Augenbrauen befanden sich dabei in einer entspannten Position. Um das Ergebnis zu analysieren, klebten die Ärzte ein Maßband unterhalb des Haaransatzes und oberhalb der Augenbrauen auf die Stirn der Probanden. Die Augenbrauenhöhen errechneten sich aus einer imaginär gezogenen Linie, die jeweils zwischen dem medialen Augenwinkel, der Pupille sowie dem lateralen Augenwinkel und der oberen Begrenzung der Brauen gezogen wurde. Diese Abstände bezeichneten die Autoren als mediale, mittlere und laterale Augenbrauenhöhen. Mittels Imaging-Software wurden die exakten Abstände ermittelt. Um die Ergebnisse zu beurteilen, füllten alle Teilnehmer und Prüfer (letztere waren nicht in den Eingriff involviert, sondern bewerteten lediglich das Ergebnis) einen Fünf-Punkt-Fragebogen aus (1 = Verschlechterung; 2 = keine Veränderung; 3 = Verbesserung; 4 = starke Verbesserung; 5 = sehr starke Verbesserung).

Ein verjüngtes Gesicht – fast ohne Nebenwirkungen

Die mediale Augenbrauenhöhe war bei manchen Patienten vermindert, bei anderen erhöht. Im Mittel jedoch verringerte sich die Höhe der Brauen leicht um 0,15 mm, die Veränderung war statistisch nicht signifikant. Die mittleren und lateralen Werte waren nach der Op. leicht erhöht (um 0,22 mm bzw. 0,29 mm), auch hier waren die Unterschiede jedoch nicht signifikant. Die Neigung der Augenbrauen erhöhte sich um 2,4° nach dem Eingriff (p < 0,05). Alle unerwünschten Ereignisse nach der Op. waren von geringfügiger Bedeutung und verschwanden mehrere Woche danach von alleine. Die häufigsten davon umfassten Ödeme an der Injektionsstelle.

90% der Patienten waren mit dem Eingriff zufrieden (14%: sehr starke Verbesserung; 60%: starke Verbesserung; 16%: Verbesserung), bei den Prüfern waren es 91% (16%: sehr starke Verbesserung; 58%: starke Verbesserung; 17%: Verbesserung).

Die Autoren folgern, dass mit einer Fetttransplantation in Stirn und Schläfen das alternde Gesicht korrigiert werden kann, ohne starke Nebenwirkungen hervorzurufen. Die Prozedur veränderte die Augenbrauenhöhe nur minimal, hatte aber einen Effekt auf die Schräge der Brauen. Die Verjüngung kann bis zu drei Jahre anhalten, und das bei nur einer Behandlungssession. Jedoch muss hier bedacht werden, dass es sich bei den Studienprobandinnen um Asiatinnen handelte – diese haben möglicherweise ein anderes Schönheitsideal als beispielsweise europäische Frauen.

Literatur

Weiterführende Themen