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12.09.2017 | Gefäßveränderungen | Nachrichten

Risikofaktoren

Warum kommen Teleangiektasien nach erfolgreicher Therapie zurück?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Patienten mit kleinen, sichtbaren Blutgefäßen im Gesicht erleiden nach einer Laserbehandlung oft einen Rückfall. Eine Studie überprüfte nun systematisch, welche Risikofaktoren einen Einfluss auf den Erfolg der Therapie haben.

Chronisch erweiterte Kapillaren, die mit bloßem Auge auf der Haut sichtbar sind (Teleangiektasien), haben verschiedene Ursachen. UV-Licht, das Alter, hormonelle Umstellungen, Rauchen, Alkoholkonsum oder auch topische Kortikosteroide können zum Auftreten solcher Hautveränderungen führen. Für die Entfernung von Teleangiektasien stehen unter anderem Laser zur Verfügung. Das Problem: Die kleinen Kapillaren werden oft kurze Zeit nach der Behandlung wieder sichtbar. Bisher gibt es keine Therapie, die ein permanentes Ergebnis verspricht. Auch Risikofaktoren, die zum Wiederauftreten führen, sind bisher nicht bekannt.

Verschiedene Risikogruppen

Um solche Risikofaktoren zu finden, untersuchten die Studienautoren rund um Stefania Guida 415 Frauen und 69 Männer mit Teleangiektasien im Gesicht. Die Teilnehmer waren zwischen 2000 und 2014 mit gepulsten Farbstofflasern behandelt worden. Das Follow-up nach der Therapie betrug ein bis fünf Jahre.

Die Patienten wurden in verschiedene Gruppen unterteilt:

  • Alter unter 44 Jahre/über 44 Jahre
  • Hauttypen nach Fitzpatrick (eins und zwei vs. drei und vier)
  • Menopause (ja/nein)
  • Hormonbehandlung in der Menopause (ja/nein)
  • Medikamenteneinnahme gegen Bluthochdruck (ja/nein)
  • Raucher/Nichtraucher
  • Alkoholkonsum (unter 30 g/Tag vs. über 30 g/Tag)
  • vorheriger Filler oder andere ästhetische Eingriffe (ja/nein)
  • die Einwirkung von Sonnenlicht oder künstlichem UV-Licht.

Der letzte Punkt umfasste dabei Teilnehmer, die mehr als zwei Wochen im Jahr Ferien in sonnigen Gebieten (bzw. ein Jahr in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung) verbrachten. Außerdem wurden hier Teilnehmer berücksichtigt, die auf Sonnenschutzmittel verzichteten und gleichzeitig auf mehr als zwanzig Bräunungssessions pro Jahr im Solarium kamen.

Risikofaktoren für Frauen und Männer

Bei 76 Prozent der weiblichen Patienten kam es zu einem Rückfall. Bei Frauen, die eine UV-Einstrahlung vermieden, kamen die Teleangiektasien erst nach 14 Monaten zurück. Teilnehmerinnen, die Alkohol konsumierten, unter Bluthochdruck litten, sich häufig UV-Licht aussetzten, ästhetische Eingriffe vorgenommen hatten oder in der Menopause waren, klagten allerdings schon nach fünf bis sechs Monaten über ein Wiederauftreten der roten Blutgefäße im Gesicht. Eine Hormonbehandlung in der Menopause hatte allerdings eher eine protektive Wirkung, denn 73 Prozent der Frauen ohne Rückfall bekamen eine Hormontherapie während der Menopause.

Bei den Männern erfuhren 85,5 Prozent einen Rückfall. Die Autoren stellten hier vor allem Bluthochdruck als Risikofaktor fest.

Studienteilnehmer, bei denen die Teleangiektasien nicht wieder auftraten, hatten die Hauttypen drei oder vier, waren hauptsächlich Nichtraucher, konsumierten keinen oder wenig Alkohol, vermieden UV-Licht und hatten keine ästhetischen Eingriffe vornehmen lassen.

Laut den Autoren war dies die erste Studie, die systematisch den Einfluss verschiedener Risikofaktoren auf das Wiederauftreten von Teleangiektasien nach einer Lasertherapie überprüfte. Ihr Fazit: Neben Faktoren, die sich nicht beeinflussen lassen (z. B. Alter und Menopause) gibt es zahlreiche (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum und UV-Licht), die Patienten vermeiden können.

Literatur

Weiterführende Themen