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03.11.2017 | Gefäßveränderungen | Nachrichten

Ohne Vollnarkose

Feuermale bei Kindern schmerzfrei entfernen

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Für die Behandlung von Feuermalen verwenden Ärzte oft gepulste Farbstofflaser. Gerade bei Kindern ist dies allerdings schwierig, da viele der kleinen Patienten Angst vor den Schmerzen haben [1,2]. In der Literatur wird der Schmerz eines einzigen Laserpulses als vergleichbar mit dem eines Gummibandes beschrieben, das gegen die Haut schnappt [3]. Jugendliche und Erwachsene tolerieren diese Unannehmlichkeit meist, da sie die Vorteile der Behandlung verstehen können. Bei jüngeren Patienten gestaltet sich dies allerdings als problematisch.

Eine Vollnarkose garantiert zwar eine schmerzfreie Therapie mit dem Laser, ist aber mit erhöhten Kosten und Risiken verbunden. Außerdem sind die Effekte einer Anästhesie auf die Gehirnentwicklung noch nicht vollständig untersucht. Es gibt Hinweise, dass eine Vollnarkose zu Verhaltens- und Lernstörungen führen kann [4,5].

Die Autoren um Adrian Alegre-Sanchez stellten nun mehrere alternative Möglichkeiten vor, die die Behandlung mit gepulsten Farbstofflasern bei Kindern mit Feuermalen möglichst schmerzfrei gestalten [6].

Topische Anästhetika, Kühlung und die Anwesenheit der Eltern

Der Einsatz topischer Anästhetika in einer eutektischen Mischung (z. B. 0,25% Lidocain, 0,25% Prilocain) kann die Schmerzen durch die Lasertherapie lindern [7]. Die Alternative ist die Anwendung von reinem Lidocain (4 %). Zusätzlich sollte ein Kühlgerät an den Laser angeschlossen sein, um die Epidermis zu schützen. Die Kühlung ist bei dunklerer Haut wichtiger als bei heller Haut und kann eine Dyspigmentierung vermeiden. Zudem ist es ratsam, dass die Eltern bei der Laserbehandlung anwesend sind – ein familiäres Gesicht hat einen positiven Effekt auf das Kind.

Größerer Laserspot und höhere Frequenz

Die Autoren empfehlen eine Laserspotgröße mit einem Durchmesser von 10 mm. Im Vergleich zu einem 7 mm-Spot kann damit eine 204% größere Fläche und der Patient somit in der Hälfte der Zeit behandelt werden. Außerdem raten die Experten zu einer Frequenz von 2 Hz  – auch dies reduziert die Behandlungszeit. Ein Beispiel: Mit einer Spotgröße von 10 mm bei einer Frequenz von 2 Hz und einer 10%-igen Überlappung der Hautpartien kann eine Fläche von bis zu 41,41 cm2 in nur 30 Sekunden gelasert werden.

Jüngere Kinder

Bei Kindern im Alter von unter einem bis zwei Jahren beginnen die Experten die Behandlung so früh wie möglich und in kurzen Intervallen von ein bis vier Monaten. Es gibt zwar Hinweise, dass die schmerzhafte Laserbehandlung in den ersten Lebensjahren einen negativen Effekt auf das Kind haben könnte – die Autoren glauben aber, dass die Vorteile der frühzeitigen Behandlung der Feuermale die Nachteile überwiegen [8].

Ältere Kinder

Bei Kindern über zwei Jahren nutzen die Autoren den Placebo-Effekt: Sie setzen das Kind zunächst einem nicht schmerzhaften Laserpuls mit niedriger Energie aus großer Distanz (20-30 cm) aus. Dieser erste Kontakt soll dem Kind helfen, die Behandlung besser zu vertragen. Außerdem sollte an nicht-schmerzhaften Stellen, z. B. der Seite des Gesichts, mit dem Lasern begonnen werden. Zusätzlich hilft es, mit den Fingerspitzen einen leichten Druck auf die gerade gelaserten Stellen auszuüben, um Schmerzen zu lindern. Die Autoren empfehlen zudem, das Kind in die Behandlung mit einzubeziehen: Dazu gehört, dass der Arzt das Kind fragt, wie oft er lasern darf, bevor er die Behandlung kurz pausiert.

Sollten alle diese Maßnahmen scheitern, befinden sich die Feuermale an kritischen Stellen wie den Augenlidern oder ist ein Kind mit sehr großen Läsionen höchst unkooperativ, sollte aber eine Vollnarkose in Betracht gezogen werden.

Literatur

Weiterführende Themen