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01.08.2018 | FOBI 2018 | Kongressbericht | Nachrichten

Ästhetik up to date

Hormonelles Anti-Aging: Was ist evidenzbasiert?

Autor:
Angelika Bauer-Delto

Die Hormonsubstitution zählt zu den evidenzbasierten Anti-Aging-Strategien, das berichtete Prof. Christiane Bayerl, Wiesbaden. Gemeinsam mit Prof. Claudia Borrelli, Tübingen, leitete sie den ADK-Kurs im Rahmen der 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München. 

Zu den evidenzbasierten Anti-Aging-Strategien zählt die Hormonsubstitution, berichtete Prof. Dr. Christiane Bayerl, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Helios Kliniken Wiesbaden, die gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Borrelli, Universitäts-Hautklinik Tübingen, den ADK-Kurs im Rahmen der 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie leitete. Die Haut sei ein hormonaktives Organ: Hormone beeinflussen Morphologie, Funktionen, Permeabilität und Heilung der Haut, den Metabolismus von Hautzellen und die Lipogenese der Talgdrüsen [1]. Auf vielen Zellen wie Keratinozyten, Fibroblasten und Gefäßendothelien finden sich Östrogenrezeptoren. Sinkt das 17beta-Östradiol in der Menopause, wird beispielsweise im Sebozyten der Östrogenrezeptor ER-alpha nicht ausreichend adressiert, die Lipidsynthese nimmt ab und es kommt zu der für die Altershaut typischen Trockenheit. Der 17beta-Östradiol-Abfall führt außerdem zu einer reduzierten Fibroblastenproliferation und in der Folge zum Abbau von Kollagen und Faltenbildung.

Die Anwendung von lokalen Östrogencremes hat nachweislich günstige Effekte auf die Hautalterung und führt zu einer besseren Organisation der elastischen Fasern, einer Zunahme des Kollegen und einer verminderten Hauttrockenheit. Schon in den 1990er Jahren konnte gezeigt werden, dass eine topische Behandlung sowohl mit Östradiol als auch mit Östriol nach sechs Monaten zu mehr Elastizität, geringerer Faltentiefe und verbessertem Feuchtigkeitsgehalt der Haut führte. Histologisch konnte eine vermehrte Bildung von Kollagenfasern nachgewiesen werden [2]. Die günstigen Effekte des topischen 17beta-Östradiol können dadurch erklärt werden, dass Matrix-Metallo-Proteinasen (MMP), die für einen vermehrten Kollagenabbau verantwortlich sind, herunterreguliert werden, erklärte Bayerl. Dadurch kommt es zu einer besseren Verzahnung von Ober- und Unterhaut und vermehrter Hautdicke mit erhöhter Bildung elastischer Fasern und günstigerer Keratinozytenproliferation [3].

Weitere Studiendaten zeigen, dass die Haut von Patientinnen unter einer Hormonersatztherapie von einer zusätzlichen Anwendung einer Östradiolcreme profitiert [Patriarca MT et al.: Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2007; 130 (2) :202-205].

Werden die handelsüblichen Östradiolpräparate zur Anregung der Kollagenproduktion wie vorgesehen nur einmal täglich angewendet, kommt es nicht zu erhöhten Hormonspiegeln, betonte Bayerl. Zur Sicherheit sollte die Konzentration unter 0,01 Prozent Östradiol bleiben. Am besten sollte die topische Hormontherapie bereits früh nach der Menopause beginnen. Günstig beeinflusst wird allerdings nur die intrinsische Hautalterung, gegen starke Lichtalterung kann die topische Hormontherapie nichts ausrichten, so Bayerl.

Fadenlifting: Neuer Baustein im ästhetischen Konzept

Eine noch relativ neue Säule ästhetischer Behandlungskonzepte sei das Fadenlifting, berichtete Dr. Gabriele Feller-Heppt, Baden-Baden. Vor jedem ästhetischen Eingriff sei eine ausführliche Anamnese und kompetente Untersuchung der Haut unerlässlich. Daher gehöre das Fadenlifting in die Hand des Dermatologen.

Gute Erfahrungen macht die Dermatologin mit Fäden aus Polymilchsäure, die durch Kegel (Cones) stabil im subkutanen Gewebe verankert werden. Die Fäden werden nach ein bis zwei Jahren komplett resorbiert.    

Sofort nach der Behandlung kommt es zu einem direkten Lifting-Effekt. Zusätzlich stimuliert die Polymilchsäure im Laufe des Resorptionsprozesses die Kollagenneogenese und führt so nach und nach zu einer Verbesserung der Hautqualität. Das Verfahren eignet sich zur Gesichtskonturierung und besseren Definition von Wangen und Unterkiefer, auch Nasolabialfalten werden verbessert. Ein Anheben der Augenbraue und eine Straffung des Halses erfordere mehr Erfahrung, so Feller-Heppt. Heute ist für die Einbringung der Fäden eine lineare Technik der Goldstandard. Bei Bedarf werden anstatt U- oder V-Techniken besser zwei oder drei Fäden verwendet.

Wichtig sei die richtige Patientenauswahl, betonte die Dermatologin: Die Haut sollte nicht zu dünn sein. Ideal ist eine nur mäßige Erschlaffung. Ungünstig ist dagegen viel überschüssige Haut oder sehr wenig Unterhautfettgewebe. Auch bei Männern sei das Fadenlifting als schnelles, unkompliziertes Verfahren beliebt, berichtete Feller-Heppt. Die Ausfallzeit liegt bei zwei bis drei Tagen.

Mögliche Grübchen an der Eintrittsstelle, Hämatome, Hautfalten, Ödeme, Verhärtungen, Schmerzen oder minimale Entzündungen gehen in der Regel innerhalb weniger Tage vorüber. Verletzungen sensibler Nerven sind extrem selten, darüber sollte jedoch aufgeklärt werden, so Feller-Heppt.

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Botulinumtoxin: Tipps und Tricks für die Praxis

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basierend auf: 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI), 24. – 28.07.2018 in München

Literatur

Weiterführende Themen

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