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03.08.2018 | FOBI 2018 | Kongressbericht | Nachrichten

Komplikationen bei chemischen Peelings vermeiden

„Kein Peel ohne Herpes-Schutz“

Autor:
Dr. Beate Fessler

Ein chemisches Peeling lässt die Haut jünger aussehen, wenn es nicht zu Komplikationen kommt. Es muss deshalb alles dafür getan werden, damit der Wunsch nach Verjüngung nicht zum medizinischen Problemfall wird. Dabei gilt: je tiefer das Peeling, desto höher da Risiko von Komplikationen.

„Je tiefer eine Peellösung in die Hautschichten eindringt, umso größer ist das Risiko von Komplikationen“, erläuterte Dr. Luitgard Wiest, München. Entsprechend sind Komplikationen bei oberflächlichen Peelings sehr selten. Treten Schwellungen auf, gehen sie in der Regel innerhalb von zwei Tagen wieder zurück. Doch selbst beim oberflächlichen Peeling sollte, wie bei mitteltiefen und tiefen Peelings, das Risiko einer Herpes-Reaktivierung im Auge behalten werden. „Denken Sie immer an die Herpes-Reaktivierung“, so Wiest und machte deutlich: „Kein Peel ohne Herpesschutz.“ Als Herpesprophylaxe empfahl Wiest dreimal täglich 400 mg Aciclovir beginnend 24 Stunden vor dem Peel über sechs Tage bis zur kompletten Reepithelialisierung. Hat sich bereits ein Herpes-Rezidiv entwickelt, wird viermal täglich mit 400 mg Aciclovir behandelt.

Cave Salicylsäure

Salicylsäure wirkt in Konzentrationen von 3 bis 5% keratolyisch und verstärkt die Wirkung anderer Peelinglösungen. Wiest warnte wegen des Risikos toxischer Effekte vor der Verwendung höherer Konzentrationen auf sehr großen Hautflächen. Extrem selten sind allergische Reaktionen auf Salicylsäure. Berichtet der Patient über eine Allergie auf Salicylsäure oder Acetylsalicysäure, ist dies eine absolute Kontraindikation für die Verwendung von Peelinglösungen, die Salicylsäure enthalten, wie etwa die Jessner-Lösung. Kommt es zu einer allergischen Reaktion, wird mit topischen Steroiden behandelt.

„Red flag“ beim tiefen Peel: verzögerte Wundheilung

Bei mitteltiefen und tiefen Peelings, etwa mit TCA oder Phenol, können neben postinflammatorischen Pigmentstörungen auch Narben, Milien oder Demarkationslinien auftreten. Hier sollte auch beachtet werden, dass eine Okklusion beim tiefen Peel den Effekt noch verstärkt. Ein besonderes Problem bei tiefen Peelings ist die verzögerte Wundheilung. Einmal täglich sollte der Patienten deshalb wegen der Re-Epithelialisierung gesehen werden, so Wiest. Schon bei Verdacht auf eine Staphylococcus aureus-Infektion sollte sofort behandelt werden. Im Auge behalten werden müssen bei tiefen Peels auch kardiale Komplikationen. Bei phenolhaltigen Peelinglösungen auf größeren Hautoberflächen können Arrhythmien auftreten. Es empfiehlt sich deshalb ein EKG vor und während der Behandlung. Anamnestisch sollten kardiologische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Und, so Muggenthaler: "Lassen sie sich beim Peeling Zeit." Im Gesicht sollte segmentweise verzögert gepeelt werden, mit Intervallen über 60 Minuten.

Haare entfernen nicht vergessen

Bei mitteltiefen und tiefen Peelings müssen Haare vorab entfernt werden, etwa mittels Laser oder IPL (Intense Pulsed Light). Außerdem dürfen mögliche Kontraindikationen nicht vergessen werden, z. B. eine Schwangerschaft.

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basierend auf: 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI), 24. – 28.07.2018 in München

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