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12.09.2018 | Filler | Nachrichten

Verbesserung bei den meisten Patienten

Filler-Komplikationen mit Lasern behandeln

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Um Filler nach dem Auftreten von Komplikationen wieder zu entfernen, kommen systemische Medikamente oder ein chirurgischer Eingriff zum Einsatz. Eine neue Möglichkeit bietet die intraläsionale Laserbehandlung – mit beachtlichem Erfolg, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die Anzahl an Fillerbehandlungen steigt kontinuierlich. Über die möglichen Komplikationen, deren Häufigkeit und bestmögliche Therapieoptionen ist bisher aber nur wenig bekannt. Zur Behandlung solcher Komplikationen nutzen Ärzte häufig systemische Medikamente oder sie entfernen den Filler chirurgisch. Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, Laser intraläsional einzusetzen [1,2]. Die Effizienz dieser Methode wurde nun in einer Studie untersucht [3].

Studiendesign

Die 590 Teilnehmer hatten alle wegen Komplikationen nach einer Filler-Behandlung eine Klinik aufgesucht. Davon wurden 242 Patienten (214 Frauen, 28 Männer) intraläsional gelasert. Die Autoren nutzten einen 810nm-Diodenlaser und einen 1470nm-Dioden-Laser, um die Filler zu entfernen. Hydrophobe und hydrophile Filler wurden dabei mit unterschiedlichen Techniken behandelt und nachbehandelt [3]. Die Autoren raten, nach der Lasertherapie keine Creme oder Make-up aufzutragen, bis die Haut geheilt ist. Das soll sekundären Infektionen vorbeugen. Im Schnitt erfolgten 1,7 Lasersessions pro Patient.

Laser entfernen Filler effizient

Symptome, die mit den Filler-Komplikationen einhergingen, umfassten inflammatorische Reaktionen, sichtbare Klümpchen und Knötchen, Dislokationen und Akkumulierungen vom Produkt und Verhärtungen.

Elf Prozent der Patienten wiesen Komplikationen auf, die durch die Injektion von resorbierbaren Hyaluronsäurefillern verursacht worden waren. Die Hälfte davon entstanden aufgrund einer falschen Injektionstechnik. Das wiederum führte zur Dislokation des Produkts, zu Ödemen unter dem Augenlid oder zu inflammatorischen Reaktionen (wenn das Volumen zu groß war). Die andere Hälfte wurde durch ein Cross-Linking von Hyaluronsäureprodukten verursacht. In Fällen von zu großem Volumen und Cross-Linking reichte eine alleinige Hyaluronidasebehandlung nicht aus, um den Filler aufzulösen. Hier wurde die betroffene Stelle zusätzlich intraläsional gelasert.

83% der Patienten gaben an, dass die Laserbehandlung erfolgreich war und kosmetische sowie physische Beschwerden verbesserte (z.B. wurden Klümpchen deutlich reduziert). Bei 9% waren sogar alle Symptome verschwunden. 3% gaben an, dass die Laserbehandlung die Beschwerden nicht verbessert hatte und 5% machten keine Angabe. Auch stellten die Autoren fest, dass sich das Gewebe mittels Ultraschall wieder verbesserte.

Oftmals litten Patienten, bei denen die Lasersession nicht erfolgreich war, zuvor unter inflammatorischen Reaktionen. Außerdem waren Filler in der orbitalen Region schwieriger zu entfernen und führten zu weniger zufriedenstellenden Ergebnissen.

Fazit

Laut Autoren könnte die intraläsionale Laserbehandlung eine neue Option für die Therapie von Filler-Komplikationen darstellen.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Ist die intraläsionale Laserbehandlung geeignet, um Filler nach entstandenen Komplikationen wieder zu entfernen?

Antwort: Ja. 92% der Patienten gaben an, dass sich die kosmetischen und physischen Beschwerden verringerten.

Bedeutung: Die intraläsionale Laserbehandlung könnte eine Option für das Management von Komplikationen sein. 

Einschränkung: Keine

Hinweis:
Dr. Velthuis ist Trainer für Allergan (Hyaluronsäure und Botulinumtoxin).

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise