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24.04.2014 | Filler | Nachrichten

Vergleichsstudie

Filler auf Kollagenbasis bessert Aknenarben

Autor:
Dr. Beate Schumacher

Zur Behandlung von Aknenarben gibt es eine neue Therapieoption: ein in Rinderkollagen gelöster injizierbarer Filler. US-Forscher haben diesen gegenüber Salzlösung getestet – mit überwiegend guten Ergebnissen.

Hauptbestandteil des Fillers ist Polymethylmethacrylat (PMMA). Das als Kollagenlösung vorliegende Präparat (ArteFill®) ist gegenwärtig zur Unterspritzung von Nasolabialfalten zugelassen. Nachdem in einer Pilotstudie ein deutlicher Nutzen auch in der Therapie von Aknenarben gezeigt werden konnte, haben US-Forscher nun eine Multicenterstudie aufgelegt, in der Sicherheit und Wirksamkeit bei dieser Indikation getestet wurden.

Die Forscher um die Dermatologin Dr. Jwala Karnik aus Santa Barbara, Kalifornien, haben für ihre vergleichende Untersuchung 147 Aknepatienten herangezogen. Diese wiesen mindestens vier mittel bis stark ausgeprägte atrophische Narben auf. Die Patienten wurden in zwei Gruppen geteilt: Zwei Drittel erhielten PMMA-Kollagen-Injektionen, der Rest bekam eine Salzlösung gespritzt. Insgesamt wurden 1288 Aknenarben behandelt, 863 in der PMMA-Gruppe, 425 in der Kontrollgruppe. Im Durchschnitt wurden in jede einzelne Narbe 0,11 ml der Kollagenlösung bzw. 0,18 ml Salzlösung injiziert. Die maximale Gesamtmenge, die ein Patient im Zuge von zwei Sitzungen erhielt, waren 5,8 bzw. 8,0 ml.

Nach einem halben Jahr maßen die Wissenschaftler das Ergebnis. Dazu dienten zum einen der ASRS-Score (Acne Scar Rating Scale), eine photonumerische Vier-Punkte-Skala, die man speziell für die vorliegende Studie entwickelt hatte, zum anderen die sogenannte „Physician and Subject Global Aesthetic Improvement Scale“, mit der Veränderungen in fünf Abstufungen (von „viel schlechter“ bis „deutlich verbessert“) registriert wurden.

Über 80% der Patienten zufrieden

Wie Karnik und Kollegen berichten, punktete das PMMA-Präparat in beiden Kategorien: 64% der damit behandelten Patienten zeigten eine Verbesserung um mindestens zwei Punkte auf der ASRS-Skala an mindestens der Hälfte der Narben. In der Kontrollgruppe trafen diese Kriterien bei 33% der Patienten zu. Nahm man die zweite Skala als Maßstab, war der Effekt noch augenfälliger: 84% der PMMA-Gruppe waren mit dem Ergebnis mindestens zufrieden, in der Vergleichsgruppe waren es 52%. Eine Verbesserung der Narben um mindestens einen Punkt auf der ASRS-Skala stellte sich bei 91% aller mit PMMA-Kollagen behandelten Patienten ein, dagegen nur bei 76% der Kontrollpatienten.

Geringe Nebenwirkungen

Therapiebezogene Nebenwirkungen wurden nach ArteFill®-Behandlung in sechs Fällen berichtet: Dies waren Schmerzen an der Injektionsstelle, kleinflächige Hautblutungen sowie eine Schwellung und eine neu aufgetretene Akne. Alle diese Erscheinungen waren wenig ausgeprägt und alle bis auf die Akne waren nach spätestens fünf Tagen wieder verschwunden. Die befürchteten Hypo- oder Hyperpigmentationen waren ausgeblieben, ebenso hypertrophe Narben oder Granulome.

Die einzigen Nebenwirkungen, die auf die Salzlösung zurückzuführen waren, waren leichte Schmerzen an der Einstichstelle und kleinere Gewebsausbuchtungen.

Für Karnik und ihr Team sprechen der lang anhaltende Effekt und die gute Verträglichkeit für den Einsatz des Fillers bei Aknenarben. Wie die Forscher betonen, hatte sich das gewünschte Ergebnis zumeist bereits nach zwei Wochen eingestellt und hatte dann über sechs Monate angehalten. Mit leichten bis mäßigen Hautrötungen und Schwellungen müssten die Patienten zwar rechnen, so Karnik, dies müsse man aber in Relation setzen zu den teilweise erheblichen Nebenwirkungen anderer Therapieoptionen, wie z. B. Dermabrasion oder Laser-Resurfacing.

Literatur

Weiterführende Themen