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05.07.2018 | Faltenbildung | Nachrichten

Für ein langanhaltendes Ergebnis

Fibroblasten glätten Nasolabialfurche

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Fibroblasten statt Filler? Eine neue Studie demonstriert, dass das bei der Korrektur von Nasolabialfurchen durchaus eine attraktive Technik sein kann. Dabei ist sogar nur eine Behandlungssession nötig, um ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Filler können Falten zwar effizient lindern, allerdings sind die Effekte nicht von Dauer. Nach sechs bis zwölf Monaten muss die Behandlung daher meist wiederholt werden. Um dem zu entgehen, wurden neue Technologien entwickelt, unter anderem autologe Fibroblasten. Diese werden unter die Haut gespritzt und führen zu einer dauerhaften Faltenminderung – und das ohne Hypersensitivitätsreaktionen auszulösen.

Mittlerweile wurde in den USA von der FDA (United States Food and Drug Administration) ein neues Präparat mit autologen Fibroblasten (LavivTM, Fibrocell Technologies, Inc., Exton, PA) zugelassen. Es soll die Korrektur von Nasolabialfurchen ermöglichen. Allerdings sind für die Faltenminderung bisher Behandlungssessions alle drei bis sechs Wochen nötig. Die Autoren einer neuen randomisierten Phase I/II Studie untersuchten, ob es auch mit nur einer Injektion möglich ist, gute Ergebnisse zu erzielen.

Test von Sicherheit und Effizienz

Die Teilnehmer der Studie stammten alle aus zwei Zentren in Korea und hatten Nasolabialfurchen vom Grad drei oder mehr (basierend auf dem „Nasojugal Groove Severity Assessment Scale“, NGSAS). Die Phase I-Studie sollte die Sicherheit der Behandlung ermitteln. Dafür wurden sechs Probanden rekrutiert. Die Phase-II-Studie testete zusätzlich die Effizienz der Behandlung. Hier schlossen die Autoren 40 Probanden ein, die zur Interventions- und zur Kontrollgruppe randomisiert wurden. Ein Teilnehmer der Interventionsgruppe und zwei Probanden der Kontrollgruppe wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Kultivierung der Fibroblasten

Zunächst wurde eine Biopsie aus der Hüftregion von jedem der Teilnehmer genommen. Ein kommerzielles Labor kultivierte die gewonnen Fibroblasten für vier Wochen. Die Zellsuspension wurde anschließend mit einer 26-Gauge-Nadel direkt in die dermalen und subdermalen Schichten der Nasolabialfurchen gespritzt. Pro Zentimeter verwendeten die Ärzte dabei 0,2 ml der Fibroblastensuspension. Die Kontrollgruppe erhielt eine Plazeboinjektion.

76% der Teilnehmer der Interventionsgruppe (19/25) erreichten 24 Wochen nach Injektion eine Verbesserung um mindestens 2 Punkte auf der NGSAS Skala (full-analysis set, FDA). Im Kontrollarm trat bei keinem der Probanden eine Veränderung auf.

Die Analyse des per-protocol-Sets (PPS; n = 42) war ähnlich erfolgreich: Hier verbesserte sich die NGSAS bei 75% der Teilnehmer um mindestens zwei Punkte, im Kontrollarm gab es erneut bei keinem Teilnehmer eine Veränderung. Auch die subjektive Beurteilung seitens der Probanden fiel nach 24 Wochen positiv aus: Die meisten waren mit der Korrektur zufrieden.

In der Phase I-Studie trat keine dosislimitierende Toxizität auf. Zwischen Interventions- und Kontrollgruppe gab es in etwa gleich viele ernste unerwünschte Ereignisse. Allerdings stand keines davon direkt mit der Fibroblasten-Behandlung in Verbindung.

Laut Autoren ist die Behandlung der Nasolabialfurche mit autologen Fibroblasten vielversprechend. Der therapeutische Effekt trat bereits vier Wochen nach nur einer Injektion auf und hielt für mindestens 24 Wochen an. Das Nebenwirkungsprofil war laut der Autoren besser als bei vielen anderen Therapien.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Kann die Injektion mit autologen Fibroblasten die Nasolabialfurche korrigieren?

Antwort: Ja. Nach nur einer Injektion besserte sich die Furche bei 76% der Teilnehmer.

Bedeutung: Die Injektion mit autologen Fibroblasten ist effizient und bringt gleichzeitig relativ wenige Nebenwirkungen mit sich. Sie könnte daher eine Alternative zu bisherigen Methoden darstellen.

Einschränkung: Kleine Teilnehmerzahl, relativ kurze Follow-up Zeit, eventueller Selektionsbias aufgrund der Untersuchung von ausschließlich koreanischen Probanden

Literatur

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Bildnachweise