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06.07.2018 | Faltenbildung | Nachrichten

Ultraschall plus Injektionen

Halsfalten verschwinden mit Kombi-Behandlung

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Gegen Falten am Hals empfehlen Experten oft die gleichzeitige Anwendung verschiedener Methoden – die optimale Kombination wurde bisher jedoch nicht etabliert. Ob ein intensiver hochfokussierter Ultraschall zusammen mit Hyaluronsäure und Incobotulinumtoxin A effektiv und sicher ist, wurde in einer neuen Studie untersucht.

Wer Falten am Hals loswerden möchte, hat verschiedene Optionen. Häufig werden topische Retinoide und Botulinumtoxininjektionen verwendet, um die Haut zu straffen. Auch der intensive hochfokussierte Ultraschall (IFU) kann zum Einsatz kommen. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit Fillern zu arbeiten, beispielsweise mit solchen der vierten Generation. Einer davon ist die sogenannte „kohäsive polydense Matrix Hyaluronsäure“ (CPMHA), die zwei verschieden Zonen von höherer und geringerer Vernetzungen aufweist. Verglichen mit Fillern der ersten und zweiten Generation liefert die CPMHA bessere Ergebnisse, der Effekt ist mehr als ein Jahr sichtbar.

Studie testet drei Methoden in einer Session

In einer neuen Studie untersuchten die Autoren um  Heedae Jeon eine Kombination, bestehend aus IFU, CPMHA und Incobotulinumtoxin A, für die Behandlung horizontaler Halsfalten. Insgesamt zwölf koreanische Frauen nahmen an der Studie teil. Drei der Probandinnen waren vom Typ I (keine oder feine Falten, Haut nicht schlaff),  sechs vom Typ II (leichte Falten, mit oder ohne leicht schlaffer Haut) und drei vom Typ III (moderate Falten mit oder ohne moderat schlaffer Haut). Keine Teilnehmerin hatte tiefe Halsfalten. Die mediane Länge der Furchen betrug zu Beginn 269,75 mm.

Die Patientinnen wurden zunächst mit dem IFU behandelt, um eine Kollagenneubildung anzuregen. Die anschließende Injektion von CPMHA (20 mg/ml, inklusive 0,3% Lidocain) diente dazu, die horizontalen Falten zu korrigieren. Incobotulinumtoxin A (Injektionsvolumen: 0,025 ml/1 U) wurde verwendet, um den Muskeltonus anzupassen.

Patientinnen waren mit dem Ergebnis zufrieden

Die mediane Gesamtlänge der Falten reduzierte sich signifikant auf 91,5 mm nach einem Monat (p < 0,001). Nach zwei Monaten betrug sie 92,3 mm (p < 0,001), nach drei Monaten 101,88 mm (p < 0,001) und 109,48 mm nach sechs Monaten (p < 0,001). Die mittlere Differenz zwischen den Falten an den verschiedenen Zeitpunkten unterschied sich nicht signifikant (lineare mixed Model-Analyse, p > 0,05).

Zwei unabhängige Dermatologen beurteilten das Ergebnis mittels Skala der ästhetischen Verbesserung („global aestetic improvement scale“, GAIS; Werte: - 1 = schlechter als vor der Behandlung; 0 = unverändert; 1 = leichte Verbesserung; 2 = moderate Verbesserung; 3 = starke Verbesserung; 4 = fast vollständige Verbesserung). Die medianen GAIS-Werte betrugen 3,5 nach einem Monat und 3 nach zwei, drei und sechs Monaten.

Nur einer Patientin gefiel das Ergebnis der Kombibehandlung nicht. Die anderen gaben sechs Monate danach an, dass sie mit der Korrektur sehr (41,7%), leicht (8,3%) oder zufrieden (41,7%) waren.

Erytheme und Petechien, die nach dem Eingriff auftraten, verschwanden nach sieben Tagen (bei acht Patientinnen) bzw. 14 Tagen (bei vier Patientinnen) von alleine. Knötchen, die durch die Injektion mit CPMHA entstanden, lösten sich nach einem Monat (bei elf Probandinnen) bzw. zwei Monaten (bei eine Probandin) wieder auf. Andere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Fazit

Die Daten demonstrieren laut Autoren, dass die Kombination der drei Methoden in nur einer Session Halsfalten reduziert. Zwar war das Ergebnis nach einem Monat am besten, dennoch zeigten sechs der zwölf Probandinnen auch nach einem halben Jahr ein ähnliches oder besseres klinisches Ergebnis hinsichtlich der geschätzten Länge der Falten im Vergleich zur Evaluation nach einem oder zwei Monaten.

Hinweis: Die Studie wurde von der Merz Pharmaceuticals GmbH gesponsert. Die Firma hatte keinen Einfluss in das Design, die Datensammlung, die Analyse oder die Manuskriptpublikation.

Literatur

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