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18.03.2014 | Botulinumtoxin | Nachrichten

Neue Indikation

Botulinumtoxin überzeugt bei Behandlung von Krähenfüßen

Autor:
Regina Kilchenstein

Lange erprobt, nun auch zugelassen: die Behandlung von Krähenfüßen mit Botulinumtoxin. In einer Zulassungsstudie wurden Sicherheit und Wirksamkeit nachgewiesen, so dass die offizielle Indikationserweiterung im Herbst 2013 erteilt wurde. Die Studie im Überblick.

Dermatologen verwenden Botulinumtoxin A (BTX-A) schon seit Jahren, um den feinen Fältchen ums Auge zu Leibe zu rücken. Einzige ästhetische Indikation des Wirkstoffes war aber lange die Behandlung der Glabella-Region. Seit September 2013 hat sich das geändert: Aufgrund einer groß angelegten Zulassungsstudie können Krähenfüße mit dem BTX-A-Präparat Vistabel® nun on-label behandelt werden. Dr. Marion Runnebaum, Jena, referierte über die Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie auf der 6. Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie.

Nach der Dosisfindung in Phase-II-Studien wurde die Sicherheit und Wirksamkeit des Präparats in zwei randomisierten, Placebo-kontrollierten und doppelblinden Phase-III-Studien geprüft. Mehr als 1350 Teilnehmer wurden eingeschlossen, auch Männer und unterschiedliche Ethnien waren beteiligt, wie Runnebaum betonte. Einschlusskriterien waren mäßig bis stark ausgeprägte Falten, die anhand einer Facial Wrinkle Scale erfasst wurden.

Zur Behandlung der Krähenfüße wurde BTX-A periorbital injiziert, drei Einstichstellen pro Seite mit je 4 Einheiten, so dass sich eine Gesamtdosis von 24 Einheiten ergab. Dabei sei der Sicherheitsabstand von 1,5 cm zum seitlichen Kanthus auf jeden Fall zu wahren, unterstrich Runnebaum. In der zweiten Behandlungsgruppe wurde in einer Kombinationstherapie zusätzlich die Glabella-Region nach der bewährten 5-Punkte-Injektionstechnik mit insgesamt 20 Einheiten behandelt. Die Placebo-Gruppe erhielt Injektionen mit Salzlösungen.

Arzt und Patient beurteilen Erfolg

Verschiedene Zielparameter wurden festgesetzt. So bewerteten Arzt und Patient anhand einer vierstufigen Facial Wrinkle Scale die Faltenstärke: von nicht vorhanden (Grad 0) bis hin zu stark ausgeprägt (Grad 3). Der Zustand der Falten wurde sowohl bei maximalem Lächeln als auch bei entspanntem Gesicht bewertet. In einem Fragebogen zur Selbstwahrnehmung wurde erfasst, wie die Probanden ihr Aussehen nach der Behandlung  im Vergleich zu davor einschätzten.

In allen Kategorien zeigte die Behandlung mit BTX-A ein deutlich besseres ästhetisches Outcome als die Injektion mit Salzlösung.

Kombinationstherapie schlägt singuläre Behandlung

Die Kombinationstherapie von Krähenfüßen und Glabella-Region konnte im Vergleich zur singulären Behandlung das Ergebnis nochmals verbessern – sowohl in der Beurteilung der Ärzte als auch in der der Patienten. Beide Behandlungen erwiesen sich als gut verträglich. Hämatome am Einstichpunkt gehörten wie erwartet zu den häufigsten Nebenwirkungen, allerdings erst an zweiter Stelle. Nasopharyngitis führte etwas überraschend die Liste unerwünscht auftretender Ereignisse an. Das sei wohl darauf zurückzuführen, dass die Studie in den Wintermonaten stattgefunden habe, kommentierte Runnebaum. Es traten keine Fälle von Ptosis auf, auch die Bildung neutralisierender Antikörper war nicht zu beobachten.

Von einem weiteren Vorteil der Kombinationstherapie wusste Runnebaum aus eigener Praxis zu berichten: Bei isolierter Behandlung der Glabella-Region könne es zu einer Absenkung der lateralen Augenbraue kommen, was das ästhetische Ergebnis stark beeinträchtigt. Dies werde durch gleichzeitige Behandlung der der Krähenfüße vermieden.

Fazit

Die Zulassung gebe den Ärzten nun die entsprechende Rechtssicherheit, um Botulinumtoxin auch bei Krähenfüßen ohne Bedenken anzuwenden – in singulärer und in kombinierter Behandlung. Die Dosisangaben aus der Zulassungsstudie seien hierbei als Empfehlung zu verstehen, die durchaus individuell angepasst werden könne, so das Fazit der Referentin.

Literatur

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