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23.09.2015 | Botulinumtoxin | Nachrichten

Ästhetische Dermatologie

Feinere Botulinumtoxin-Nadel verursacht weniger Schmerzen

Autor:
Veronika Schlimpert

Bei schmerzempfindlichen Menschen sollten Dermatologen bei der Botulinumtoxin-Behandlung vielleicht besser zu einer feinen Injektionsnadel greifen.

Eine feinere Injektionsnadel könnte die Schmerzen für Patienten nach einer kosmetischen Botulinumtoxin-Behandlung vermindern. Dies lassen die Ergebnisse einer randomisierten Studie vermuten, die das Schmerzempfinden nach Anwendung zweier unterschiedlicher Kanülendurchmesser verglichen hat.  

Die Zufriedenheit der Patienten ist maßgeblich für den Therapieerfolg in der ästhetischen Dermatologie. Zur Schmerzvermeidung in der Behandlung mit Botulinumtoxin A wird deshalb empfohlen, eine möglichst feine Hohlnadel zu verwenden. Routinemäßig zum Einsatz kommen hierfür 30 Gauge-Kanülen (0,31 mm Außendurchmesser). Das Forscherteam um Dr. Murad Alam von der Northwestern Universität in Chicago wollte nun wissen, ob die Injektion mit der feineren 32-Gauge-Nadel (0,23 mm) noch besser vertragen wird.

Für mehr Patientenzufriedenheit

Dafür haben sie 20 Personen Onabotulinumtoxin in einer sterilen Kochsalzlösung auf einer Stirnseite mit einer 32-Gauge-Nadel und auf der gegenüberliegenden Seite mit einer 30-Gauge-Nadel injiziert. Zusätzlich wurde den Teilnehmern die reine Salzlösung mit jeweils einer der beiden Kanülen in die rechte und linke Arminnenseite gespritzt. Ärzten und Patienten wurde dabei nicht mitgeteilt, welche Nadel verwendet wird.

Generell verspürten die Teilnehmer nach Injektion mit der 30-Gauge-Nadel sowohl im Gesicht als auch am Arm mehr Schmerzen als mit der 32-Gauge-Nadel (4,16 vs. 3,41 bzw. 1,66 vs. 1,21 in der visuellen Analogskala); jedoch war dieses Ergebnis nicht signifikant. Etwa viermal und damit signifikant häufiger verursachte die Gesichtsinjektion mit der gröberen Nadel klinisch relevante Schmerzen (≥5,4 im VAS): 40% der Teilnehmer gaben diese nach Injektion mit der 30-Gauge-Nadel und 15% nach der 32-Gauge-Injektion an (Odds Ratio: 3,80).

Die Verwendung einer feineren Botox-Nadel könne die Schmerzen für schmerzempfindliche Patienten verringern, resümieren die Studienautoren – obwohl beide Nadeln hinsichtlich ihrer Größe nicht bedeutend unterschiedlich wirken mögen. Um Kosten zu sparen, könne es aber sinnvoll sein, die kostspieligeren 32-Gauge-Nadeln routinemäßig nur bei Patienten einzusetzen, die bei einer zurückliegenden Behandlung mit einer größeren Injektionsnadel klinisch relevante Schmerzen verspürt haben.

Erkenntnis auf andere Einsatzgebiete übertragbar?

Die Veränderung des Nadeldurchmessers würde eine einfache Methode darstellen, mit der sich die Patientenzufriedenheit und womöglich auch die kosmetische Chirurgie verbessern könne, kommentiert Dr. M. Laurin Council von der Washington University School of Medicine in St. Louis diese Ergebnisse in einem Editorial. Dabei stellt sie die Frage, ob man diese Erkenntnis auf andere dermatologische Eingriffe oder medizinische Disziplinen wie der Anästhesie ausweiten kann: „Lässt sich etwa eine Lidocain-Injektion für die Patienten durch die Verwendung einer feineren Nadel angenehmer gestalten?“ Um die Tragweite dieser Befunde erfassen zu können, bedürfe es daher weiterer Studien, fügt Council hinzu.

Literatur

Weiterführende Themen