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05.03.2018 | Alopezie | Nachrichten

Kreisrunder Haarausfall

Tofacitinib-Salbe bei Alopecia areata hilfreich?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Bisher gibt es für den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) keine Heilungsmöglichkeit. Die Hoffnung liegt zurzeit auf Januskinase-Inhibitoren wie Tofacitinib. Ob eine topische Applikation allerdings sinnvoll ist, ist weiterhin fraglich.

Alopecia areata (AA, kreisrunder Haarausfall) gehört zu den Autoimmunerkrankungen und ist bisher unheilbar. Die Therapie mit Januskinase-Inhibitoren stellt eine neue Option dar – eine retrospektive Studie zeigte bereits, dass die Behandlung mit Tofacitinib vielversprechend ist [1]. Bis heute gibt es allerdings nur wenige Daten bezüglich der topischen Anwendung von Januskinase-Inhibitoren.

In eine 24-wöchige offene Pilotstudie wurden kürzlich zehn Patienten mit AA eingeschlossen und mit einer 2%igen Tofacitinib-Salbe zweimal täglich behandelt [2]. Die Teilnehmer waren alle 18 Jahre oder älter und litten unter einer AA mit mindestens zwei kahlen Flächen oder sogar unter einem kompletten Haarausfall. Eine Therapie gegen AA hatte mindestens einen Monat vor Studienbeginn bei keinem der Probanden stattgefunden.

Die Salbe wurde jedem Patienten auf die Hälfte der betroffenen Kopfhaut aufgetragen. Stellte sich ein Haarwachstum ein, wurde die gesamte betroffene Kopfhaut damit eingerieben. Mittels des Severity of Alopecia Tool (SALT) ermittelten die Autoren den prozentualen Haarverlust am Kopf und die Zeit, in der das erneute Haarwachstum zuerst beobachtet wurde.

Haarwachstum bei drei Patienten

Bei drei von zehn Teilnehmern stellte sich nach der Salbenbehandlung ein Haarwachstum ein. Bei einem Patient war dies signifikant, bei den anderen beiden partiell. Der SALT-Score verringerte sich dabei im Mittel um 34,6% (Standardabweichung 23,2%).

Patient 1 wies einen initialen Score von 100 auf, der sich um 61% verbesserte. Bei Patient 2 (initialer Score: 17) trat eine 18%ige und bei Proband 3 (initialer Score: 40) eine 25%ige Verbesserung auf. Während der Studie gab es wenige Nebenwirkungen. Über eine gereizte Kopfhaut klagten 40% der Probanden, bei 10% gab es eine Follikulitis. Beide verschwanden ohne eine zusätzliche Behandlung. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Laut Autoren sei es möglich, dass die guten Ergebnisse bei Patient 1 auf eine spontane Remission der Erkrankung zurückzuführen sind. Dies sei aber eher unwahrscheinlich, da der Teilnehmer über einen Zeitraum von zwei Monaten eine Alopecia universalis entwickelte. Die Autoren geben zudem zu bedenken, dass die Ansprechrate von topischem Tofacitinib geringer ist als bei der oralen Applikation [siehe 1]. Das Ansprechen sei jedoch ähnlich wie das unter einer Behandlung mit 0,05%iger Clobetasol-Salbe mit Okklusion [3]. In die Studie von Tosti et al. wurden insgesamt 28 Patienten eingeschlossen, bei acht (28,5%) war die Therapie mit Clobetasol erfolgreich. Laut Autoren ist eine Salbe möglicherweise nicht die richtige Trägersubstanz, um eine AA zu behandeln – es könnte aber auch sein, dass die topische Therapie hier generell nicht geeignet ist.

Literatur

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