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17.04.2017 | Akne | Nachrichten

Antimikrobiell wirkendes Lactoferrin

Eisenfänger im Einsatz gegen Akneläsionen und Komedonen

Autor:
Dr. Christine Starostzik

Die zweimal tägliche Einnahme von Lactoferrin mit Vitamin E und Zink verbesserte das Hautbild von Menschen mit leichter und mittelschwerer Akne in einer philippinischen Untersuchung signifikant.

Auf der Suche nach wirksamen und sicheren Aknetherapien ist man vor einigen Jahren auf Lactoferrin gestoßen – ein eisenbindendes Protein mit entzündungshemmender Wirkung. Das dem Transferrin ähnliche Molekül entzieht Mikroorganismen das für deren Wachstum erforderliche Eisen, indem es dieses reversibel bindet. Nun haben Heidi Chan und Kollegen von den United Laboratories in Mandaluyong City die Wirksamkeit des oralen Lactoferrin bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Akne im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie untersucht. Jeweils 82 Probandinnen im Alter zwischen 13 und 40 Jahren nahmen über drei Monate hinweg täglich zwei Kapseln Lactoferrin (jeweils 100 mg) in Kombination mit Vitamin E (11 IU) und Zink (5 mg) oder speisestärkehaltiges Placebo ein. Von der Studie ausgeschlossen wurden Personen, die aktuell oder kürzlich topische oder orale Aknemedikamente verwendet oder in den vorausgehenden sechs Monaten hormonelle Kontrazeptiva eingenommen hatten, schwanger waren oder stillten, unter Immunsuppressiva standen, in den vergangenen fünf Jahren an Krebs erkrankt waren oder aktuell an Diabetes, Gefäßkrankheiten, Hepatitis, Ekzemen, Psoriasis oder Allergien gegen die Kapselinhaltsstoffe litten.  Alle Probanden wurden angehalten, eine unnötige oder längere Sonnenexposition der Haut während der Studiendauer zu vermeiden.

In der Lactoferrin-Gruppe zeigte sich bereits nach zwei Wochen eine signifikante mediane Reduktion der Hautläsionen um 14,5%. Am deutlichsten war die Abnahme der gesamten Läsionen im Vergleich zur Placebogruppe mit 28,5% nach zehn Wochen. Komedonen hatten nach zehn Wochen gegenüber Placebo um 32,5% und die entzündlichen Läsionen um 44% abgenommen. Der sebumetrische Score verbesserte sich leicht, aber dennoch signifikant gegenüber der Placebogruppe bis zur zwölften Behandlungswoche. Es wurden keinerlei unerwünschte Ereignisse während des Studienzeitraums beobachtet.

In einer Subgruppenanalyse ergab sich, dass die Reduktion der gesamten Läsionen und Komedonen bei den Frauen wesentlich schneller eintrat als bei den Männern. Bei den entzündlichen Veränderungen dagegen zeigte sich kein Geschlechtsunterschied.

Chan und Kollegen sehen Lactoferrin aufgrund ihrer Studienergebnisse als mögliche Alternative zu den bisherigen Standardmedikationen bzw. als deren Begleittherapie. Insbesondere sei der Wirkstoff eine sichere Behandlungsmöglichkeit für erwachsene Frauen, auch während einer Schwangerschaft, wenn eine teratogene Aknemedikation nicht möglich ist.

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