Skip to main content
main-content

04.09.2017 | Ästhetische Dermatologie | Nachrichten

Ist Schönheit messbar?

Korrelation von frontaler und seitlicher Attraktivität von Gesichtern

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Ist ein Gesicht, das frontal betrachtet als schön empfunden wird, auch in der seitlichen Ansicht attraktiv? Ja, sagt eine neue Studie.

Dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, stimmt nur zum Teil. Denn es gibt Proportionen, die von vielen Menschen als besonders attraktiv wahrgenommen werden. Mehrere Untersuchungen beschäftigten sich daher damit, geometrisch perfekte Formen zu finden und fokussierten sich auf die idealen Maße, die ein Gesicht attraktiv machen. Dabei war bis jetzt unklar, ob ein Gesicht, das seitlich betrachtet als schön empfunden wird (seitliche, laterale Attraktivität) auch in der Frontalansicht (frontale Attraktivität) als attraktiv gilt und umgekehrt.

Hot or not?

Eine neue Studie überprüfte daher die Korrelation zwischen frontaler und seitlicher Attraktivität von Gesichtern. Dazu fotografierten die Autoren die Gesichter von 240 Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Frauen durften dabei nur wenig Make-up auftragen und mussten eventuelle Piercings im Gesicht entfernen.

Mittels Morphing-Software und Photoshop erstellten die Autoren digitale Bilder aus zwei unterschiedlichen Bildquellen und entfernten computergenerierte Artefakte. Die 240 Frontal- und Lateralaufnahmen wurden auf einer Internetplattform zur Bewertung von Attraktivität gepostet (www.hotornot.com). Die User dieser Plattform bewerteten die Attraktivität der Gesichter auf einer Skala von eins bis zehn, jeweils bei frontaler und seitlicher Ansicht (eins = nicht attraktiv, zehn = sehr attraktiv). Nach je 600 Bewertungen wurden die Daten ausgewertet und Attraktivitäts-Scores errechnet. Insgesamt gab es vier mögliche Korrelationen: 1) frontal und seitlich attraktiv; 2) frontal und seitlich unattraktiv; 3) frontal unattraktiv, seitlich attraktiv; 4) frontal attraktiv, seitlich unattraktiv.

Frontale und seitliche Attraktivität korrelieren

Die Scores reichten von 3,4 bis 9,5 für die Frontalansicht und von 3,3 bis 9,4 für die seitliche Ansicht. Die Verteilung beider Scores war bimodal mit einer negativen Schiefe.

Die 120 gepaarten seitlichen und frontalen Bilder wiesen eine positive, lineare Korrelation auf (r2 = 0,749). Der Test nach Shapiro-Wilk ergab Werte von 0,978 (p = 0,07) für die frontale und 0,981 (p = 0,13) für die laterale Attraktivität. Es gab jedoch acht Bildpaare, die nicht korrelierten. Diese wurden von einem unabhängigen Experten-Team, bestehend aus unter anderem Schönheitschirurgen und Medizinstudenten, evaluiert. Die Experten fanden bei den Ausreißern ebenfalls kein übergreifendes Muster. Sie identifizierten jedoch asymmetrische Eigenschaften dieser Gesichter, wie etwa ein längeres, unteres Gesichtsdrittel, einen hohen Haaransatz, ein vorstehendes Kinn, eine dünne Oberlippe und einen Höcker auf der Nase. Diese Merkmale könnten, laut Autoren, zu den Ausreißer-Paaren geführt haben und die chirurgische Korrektur könne die Harmonie, Symmetrie und Attraktivität der Gesichter erhöhen.

Die Autoren folgern, dass frontale und seitliche Attraktivität eng miteinander verknüpft sind. Da die Studie nur weibliche Gesichter überprüfte, sind weitere Untersuchungen mit männlichen Teilnehmern bereits in Planung. Auch soll getestet werden, inwiefern sich die Korrektur der entdeckten „Schönheitsmakel“ auf die Attraktivität auswirkt.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise