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21.11.2017 | Acne vulgaris | Nachrichten

Glattere Haut

Silikongel und Laser – ein Dreamteam gegen Aknenarben

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Aknenarben werden oft gelasert, allerdings sind die Ergebnisse häufig nicht zufriedenstellend. Die Nachbehandlung mit Silikongel kann die Therapieergebnisse verbessern.

Etwa 95% aller Aknepatienten entwickeln Narben [1], die häufig vom atrophischen Typ sind. Behandelt werden die unschönen Narben beispielsweise mit Lasern, unter anderem dem Erbium:YAG-Laser (Er:YAG), der sehr selektiv von Wasser absorbiert wird. Trotz guter Ergebnisse sind oft mehrere Behandlungssessions nötig.

Auch Silikongele und Silikongelauflagen spielen bei der Narbentherapie eine Rolle, denn sie haben einen positiven Einfluss auf die Kollagenbildung. Nur wenig ist jedoch über die Kombinationstherapie aus Silikongel und Laser bekannt.

Eine neue Studie [2] kombinierte nun beide Methoden und untersuchte den Effekt bei 19 Patienten (14 Männer und fünf Frauen, medianes Alter 25 Jahre), die moderate oder schwere atrophische Aknenarben an beiden Wangen aufwiesen. Zunächst wurden beide Wangen in je drei Sessions mit einem Er:YAG gelasert. Fünf Tage danach trugen die Probanden auf eine Wange zweimal täglich eine hydrophile Creme, auf die andere ein Silikongel auf. In regelmäßigen Abständen erfolgten Fotoaufnahmen, außerdem wurden der transepidermale Wasserverlust sowie die Hydratation gemessen. Drei Dermatologen bewerteten die Verbesserungen anhand von Fotografien, ohne zu wissen, welche Wange mit Silikongel und welche mit Creme behandelt worden war. Sie wussten auch nicht, ob die Fotografien vor oder nach der Behandlung aufgenommen worden sind. Auch die Teilnehmer selbst sollten die Ergebnisse beurteilen.

Silikongel macht die Haut glatt

Die mit Silikongel behandelten Wangen waren laut quantitativer Messung weniger rau als die mit Creme behandelten Seiten (p < 0,05). Bei den Parametern Glätte der Haut und Hydratation gab es zwischen beiden Gruppen keine Unterschiede. Laut Dermatologen war bei acht „Silikongel-Wangen“ und neun „Kontroll-Wangen“ eine Verbesserung zu sehen. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren jedoch nicht signifikant (p > 0,05). Eine mit Silikongel behandelte Seite wurde als „exzellent“ beurteilt. Auch die meisten Patienten waren mit dem Ergebnis auf beiden Seiten zufrieden, bewerteten allerdings die Ergebnisse der mit Silikongel behandelten Wange besser als die der mit hydrophiler Creme behandelten Seite; auch hier waren die Unterschiede aber nicht signifikant.

Die Diskrepanz zwischen der Bewertung durch die Dermatologen und die der Probanden könnte laut Autoren daher rühren, dass die Teilnehmer ihre Wangen fühlen konnten und sich nicht nur, wie die Experten, Fotos anschauten. Die Beurteilung der Probanden spiegelt daher eher das Ergebnis der quantitativen Messung in Bezug auf die Rauheit wieder. Zudem können die Fotografien die Verbesserungen nicht optimal demonstrieren – die Dermatologen sahen nur die Bilder aus einer Perspektive, während sich die Probanden von verschiedenen Seiten in verschiedenen Beleuchtungen anschauen konnten.

Eine Limitierung der Studie sehen die Autoren in der kurzen Follow-up-Zeit. Manche Untersuchungen zeigen, dass die Neuorganisation des Kollagens teils mehrere Monate bis zu einem Jahr nach der Laserbehandlung dauern kann [2,3].  Khamthara und Kollegen schlussfolgern aber trotzdem, dass Silikongel die Ergebnisse der Lasertherapie bei Aknenarben, besonders die Rauheit der Haut, verbessern kann.

Literatur

Weiterführende Themen

Bildnachweise