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06.07.2018 | Acne vulgaris | Nachrichten

Bei Narben und Pigmentflecken

Microneedling von Aknefolgen auch auf dunkler Haut?

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Wer unter Akne leidet, hat oft mit Narben und Hyperpigmentierungen zu kämpfen. Letzteres Phänomen tritt gerade bei dunklerer Haut vermehrt auf. Dass ein Microneedling auch bei diesen Hauttypen effektiv ist, demonstriert jetzt eine neue Studie.

Nach einer Akneerkrankung neigt die Haut häufig zur Narbenbildung oder zu Hyperpigmentierungen. Gerade dunkle Hauttypen sind oft zusätzlich von letzterem Phänomen betroffen. Das Problem: Laut Autoren einer neuen Studie wird die Behandlung von Post-Akne-Hyperpigmentierung meist nicht thematisiert [1]. Die Gründe dafür sind verschieden und reichen von zu wenig Zeit oder Erfahrung der behandelnden Dermatologen bis hin zum Fehlen eines geeigneten Bewertungstools.

Die Therapie von Narben und Pigmentierungen muss dabei individuell auf die Patienten zugeschnitten werden. Hier spielen nicht nur Erfahrung des Arztes und die Patientenwünsche, sondern wiederum auch die Hautfarbe eine Rolle. Unter anderem besteht die Möglichkeit, die Läsionen mit einem Microneedling zu behandeln. Dieses ist scheinbar auch bei Patienten mit dunklen Hauttypen wirkungsvoll [1,2].

Effektive Therapie, zufriedene Patienten

In einer neuen Studie wurden die Effekte des Microneedlings bei Aknenarben und Post-Akne-Pigmentierungen auf dunkler Haut nun genauer untersucht [1]. Die Autoren nutzten dazu zwei Scoring-Bögen (Goodman-Baron und den postacne hyperpigmentation index, PAHPI) um die Ergebnisse zu beurteilen.

Die Untersuchung umfasste 48 Patienten im Alter zwischen 18 und 43 Jahren mit Fitzpatrick Hauttypen 3 bis 5. Die Läsionen der Teilnehmer wurden mit einem Microneedling behandelt. Neun Probanden schieden vorab aus der Studie aus. Neben der Nutzung der Scoring-Tools befragten die behandelnden Ärzte die Patienten nach ihrer Zufriedenheit (0 = nicht zufrieden, Verbesserung der Narben unter 25%; 1 = leicht, Verbesserung zwischen 25 und 49%; 2 = deutlich, Verbesserung zwischen 50 und 75%; 3 = exzellent, Verbesserung mehr als 75%). Nach einem Follow-up von im Mittel 8,2 Wochen (4-14) wurden die Ergebnisse beurteilt.

Die Werte des PAHPI verringerten sich signifikant nach der Behandlung (p = 0,0035). Auch mittels Goodman-Baron-Skala stellten die Autoren eine deutliche Verbesserung der Narben fest (p = 0,008). Erytheme und eine trockene Haut traten erwartungsgemäß bei allen Patienten auf. Sie waren jedoch nur vorübergehend und verschwanden innerhalb weniger Tage von alleine. Bei keinem der Probanden kam es zu einer Verstärkung der Pigmentierungen.

31 Probanden (79%) waren mit dem Ergebnis zufrieden, acht (21%) waren unzufrieden.

Fazit

Da die Ergebnisse bei manchen Patienten variabel waren, könnten laut Autoren weitere Microneedling-Sessions oder andere Therapien das Outcome verbessern. Die Autoren bemängeln, dass die PAHPI-Skala die Veränderung der Intensität von Läsionen nur grob wiedergeben kann, da diese nur drei Bewertungen zulässt (leicht, mittel, signifikant dunkler). Bei manchen Patienten konnten somit die Verbesserungen anhand dieser Skala nicht akurrat evaluiert werden.

Das Wichtigste in  Kürze

Frage: Wie effektiv ist ein Microneedling von Post-Akne-Pigmentierungen und Aknenarben bei dunkleren Hauttypen?

Antwort: Ein Microneedling reduziert auch auf dunkler Haut Hyperpigmentierungen und Aknenarben.

Bedeutung: Gerade Patienten mit dunkler Haut, die verstärkt zu Hyperpigmentierungen nach Akne neigen, können von dieser Behandlung profitieren.

Einschränkung: Kleine

Literatur

Weiterführende Themen